Nach dem CSU-Wahldebakel
Beckstein tritt zurück

Drei Tage nach dem Wahldebakel der CSU zieht Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein die Konsequenzen: Nach einer Fraktionssitzung kündigte Beckstein an, sich im neu gewählten Landtag nicht mehr zur Wahl zu stellen. Über seinen Nachfolger wird noch spekuliert.

HB MÜNCHEN. „Das Vertrauen der Wähler war leider deutlich niedriger, als ich erhofft habe“, sagte Beckstein am Mittwoch nach einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München. Nach der schmerzlichen Wahlniederlage spüre er, dass der Rückhalt in der Partei nicht groß genug sei. Es müssten nun richtige Weichenstellungen getroffen werden. Dabei seien alle in der CSU gefordert. Zu einem möglichen Nachfolger äußerte sich Beckstein nicht. Spekuliert wird, ob der für das Amt des Parteivorsitzenden kandidierende Horst Seehofer (59) auch nach dem Amt des Ministerpräsidenten greift. Dies verlautete aus Parteikreisen. Seehofer solle in Personalunion Parteichef und Ministerpräsident werden. In Frage komme aber auch ein Kandidat aus dem bayerischen Landtag, hieß es

Das Krisentreffen der CSU-Spitze zum Schicksal von Ministerpräsident Beckstein war am Mittwochvormittag in München zunächst ohne Mitteilung von Ergebnissen zu Ende gegangen. Beckstein, der amtierende Parteichef Erwin Huber, sein designierter Nachfolger Horst Seehofer und Fraktionschef Georg Schmid kehrten nach Ende ihrer etwa 45-minütigen Beratungen in kleinem Kreis wieder in die zuvor unterbrochene Sitzung der CSU-Landtagsabgeordneten zurück.

Von der ersten Zusammenkunft der neuen CSU-Fraktion im bayerischen Landtag war Aufschluss über das Schicksal Becksteins erwartet worden. Zuvor hatte es massive Kritik an einem Amtsverbleib des Ministerpräsidenten vor allem aus den Parteibezirken Oberbayern und Niederbayern gegeben. Es gab bereits Spekulationen, dass Bundesverbraucherminister Seehofer neben dem CSU-Vorsitz nun doch auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen könnte.

Grund für den Rücktritt ist das desaströse Abschneiden der Partei beim Wahlgang vom Sonntag: Erstmals seit 46 Jahren ist die CSU auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber war bereits am Dienstag in Folge des Debakels bei der bayerischen Landtagswahl zurückgetreten. Auch Generalsekretärin Christine Haderthauer räumt ihren Posten. Auf einem Parteitag am 25. Oktober soll Bundesagrarminister Seehofer zu Hubers Nachfolger gewählt werden und die CSU als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl führen.

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