Nach dem CSU-Wahldebakel
CSU-Kreise: Huber und Haderthauer treten zurück

In CSU-Kreisen wird nach dem Wahldebakel der Partei der Rücktritt von Parteichef Erwin Huber erwartet. Huber sei kaum zu halten, hieß es aus dem Umfeld des CSU-Vorstandes am Montag in München. Außerdem verlautete, auch CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer werde abgelöst. Huber sieht das allerdings ganz anders.

HB MÜNCHEN. Bei der Nachfolge von Huber laufe es auf den derzeitigen Partei-Vize Horst Seehofer zu. „Eine andere Alternative gibt es nicht“, hieß es in den Kreisen. Auch mit einem Rücktritt von Generalsekretärin Christine Haderthauer wurde in den Kreisen gerechnet.

Die Partei musste bei der Landtagswahl am Sonntag dramatische Stimmenverluste hinnehmen und kann Bayern nicht mehr allein regieren. Die Gremien beraten seit dem frühen Montagmorgen über das Debakel.

Noch vor der Vorstandssitzung seiner Partei in München betonte CSU-Chef Huber allerdings, er schließe einen sofortigen Rücktritt aus. „Es ist heute in keiner Form eine personelle Entscheidung auf der Tagesordnung“, sagte Huber. Es werde eine schonungslose Diskussion des Wahlergebnisses geben. Ministerpräsident Günther Beckstein kündigte an, er wolle Koalitionsgespräche mit der FDP und den Freien Wählern vorschlagen. Das weitere Vorgehen müsse angesichts des Ergebnisses in engster Abstimmung mit den Parteigremien besprochen werden, sagte Beckstein.

Mehrere CSU-Politiker forderten eine rasche Entscheidung über die Parteispitze. Seehofer hatte bereits am Sonntagabend gesagt, ein „Weiter so“ könne es nicht geben. „Wenn man Konsequenzen ziehen will, dann kann man die nicht ewig hinausschieben“, sagte der CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Georg Schmid.

Der frühere bayerische Ministerpräsident und ehemalige CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber will sich nach dem Absturz seiner Partei bei der Landtagswahl an der Aufarbeitung des Debakels beteiligen. „Für mich ist das jetzt nicht die Frage, dass über personelle Konsequenzen diskutiert wird“, sagte Stoiber am Montag vor der CSU-Zentrale in München. Wichtiger sei es, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. „Ich werde mich da als Ehrenspielführer ein Stück weit mit einbringen“, fügte er hinzu.

Er spüre sehr stark, dass letztendlich die gesamte Partei intensiv mitdiskutieren wolle. „Ich hoffe, dass wir das gut bewältigen.“ Der Wahlabend sei für ihn „der bitterste Moment in meinem politischen Leben gewesen. Ich hoffe, dass wir das gut analysieren. Wir haben nicht sehr viel Zeit.“ Bundestags- und Europawahl im nächsten Jahr seien die nächsten Bewährungsproben. „Die CSU ist gegenwärtig nicht mehr der Mythos, der wir jahrzehntelang waren“, sagte Stoiber. Zur Ursachenforschung sagte der frühere Parteichef: „Das werden wir alles in Ruhe erörtern.“

In München und Berlin beraten die Parteien über die Konsequenzen aus dem CSU-Wahldebakel für Bayern und den Bund. Nach dem schlechtesten CSU-Ergebnis seit 1958 waren in der Partei am Sonntagabend Forderungen nach personellen Konsequenzen laut geworden. Parteichef Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein waren aber Spekulationen über einen Rücktritt entgegengetreten.

CDU-Chefin Merkel sagte vor Beginn einer Präsidiumssitzung in Berlin, es sei in Bayern nicht gelungen, das Vertrauen der Menschen für eine Alleinregierung der CSU zu bekommen. Der Bundestagswahlkampf werde sich auf die Themen Wirtschaft, Arbeit, Bildung und Integration konzentrieren. Die Union werde sich bemühen, den Bürgern eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen und den Menschen in der Globalisierung Halt zu geben. An der großen Koalition im Bund will Merkel bis zur Bundestagswahl 2009 festhalten. Die Union werde sich dort weiter als stabiler Faktor präsentieren.

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