Nach dem Debakel der vergangenen Woche
Wall Street eröffnet mit Schwung

Sehr fest ist die Eröffnungstendenz an der Wall Street am Montag. Der aus 30 Industriewerten gebildete Dow-Jones-Index (DJIA) gewinnt bis um 15.45 Uhr MESZ 3,3 Prozent bzw 274,70 Stellen auf 8.510,51 Punkte. Der S&P-500-Index steigt um drei Prozent bzw 28,55 Zähler auf 994,35. Der Nasdaq-Composite-Index notiert 3,5 Prozent bzw 49,13 Zähler niedriger bei 1.472,32 Stellen.

vwd/rtr NEW YORK. Bereits vor Handelsbeginn sahen Händler günstige Gelegenheiten nach dem deutlichen Ausverkauf der vergangenen Woche. "Wir können nicht ständig nach unten gehen; irgendwann erreicht man einen Wendepunkt, nach dem es wieder aufwärts geht", sagte Larry Wachtel, Marktanalyst bei Prudential Securities."Selbst in der größten Krise gibt es eine Gegenreaktion. Die Frage ist nur wie nachhaltig diese ist."

In der vergangenen Woche, der ersten vollen Handelswoche nach den Anschlägen in New York und Washington vom 11. September, hatte es riesige Abschläge an der Wall Street gegeben. Der Dow-Jones-Industrial-Average-Index war 1370 Punkte gefallen und hatte damit den größten Wochenverlust markiert, seit der großen Depression der 30er Jahre. Am Freitag hatte der Dow Jones rund 1,68 Prozent tiefer bei 8235,81 Punkten geschlossen.

"Man bekommt jetzt langsam richtig gute Werte", sagte Dirk van Deijk, Portfolio-Manager bei C.H. Dean & Associates. "Wir versuchen jetzt Positionen einzugehen, die in einem Jahr wesentlich besser sein werden." Die Chef-Aktienstrategin Abby Cohen von Goldman Sachs empfahl am Montag einen Aktienanteil von 75 Prozent nach zuvor 70 Prozent. In einer Mitteilung an ihre Kunden bezeichnete sie Aktien als attraktiver, zum Teil da sie unterbewertet seien.

Wall-Street-Experten sahen die Schuld für die Kursverluste in rein emotionalen Verkäufen nach den Anschlägen, die keine drei Blöcke von der New Yorker Börse entfernt stattgefunden hatten.

Der Hersteller optischer Komponenten JDS Uniphase teilte mit, man sehe positive Anzeichen für eine wirtschaftliche Stabilisierung. Der viertgrößte US-Ölproduzent Conoco warnte am Freitag wegen höheren Explorationskosten vor einen geringeren Ergebnis für das dritte Quartal.

Trotz des erwarteten Anstiegs gibt es Experten zufolge noch einige Hürden für ein deutliches Anziehen des Marktes. Nachdem US-Präsident George W. Bush in der vergangenen Woche einen Langandauernden Krieg gegen den Terrorismus angekündigt hatte, machten sich bei Wirtschaftsexperten Rezessions-Ängste breit. In Reuters-Umfrage vom Freitag sahen führende Handelshäuser der Wall Street bereits eine US-Rezession und sie erwarteten einen Aufschwung erst Anfang kommenden Jahres.

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