Nach dem Debakel von Athen über 400 Meter
Schultz denkt über Karriereende nach

Nach dem Debakel von Athen schließt Leichtathletik-Europameister Ingo Schultz ein Karriereende nicht aus. "Klar, denke ich darüber nach. Die 400 Meter sind ein hartes Geschäft. Aber da sind meine Gefühle gespalten. Auf jeden Fall entscheide ich das nicht vor Ort", sagte der deutsche Meister von der TSG Bergedorf am Mittwoch.

HB ATHEN. Trotz der Kündigung seines Trainers Jürgen Krempin will der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) das Tischtuch nicht zerschneiden.

"Es kann sein, dass er aufhört", sagte auch Krempin. Der Coach hatte dem DLV aus Verärgerung über jüngste Vorfälle die Zusammenarbeit aufgekündigt. "Heimtrainer, die nichts zur Mannschafts-Leistung beitragen, sind unerwünscht", sagte Krempin. Obwohl er zur Betreuung des Hamburger 400-m-Läufers, der im Halbfinale mit dürftigen 46,23 Sekunden gescheitert war, gerne im Athletendorf geblieben wäre, musste er am Dienstag ausziehen.

Der DLV hofft dennoch auf eine Versöhnung. "Wir werden das Ganze nach den Spielen in Ruhe diskutieren. Es macht jetzt hier keinen Sinn, eine sachorientierte Analyse vorzunehmen", sagte Präsident Clemens Prokop am Mittwoch in Athen. Die Tür sei nicht zu. "Man sollte über alles nochmal reden."

Prokop kann die "ganze Beunruhigung nicht nachvollziehen. Wenn man über das Ergebnis von Schultz enttäuscht ist, dann sucht man die Fehler schnell beim Verband", vermutete der DLV-Chef. Krempin, der als Honorartrainer beschäftigt war, sollte ursprünglich sogar eine gewichtigere Rolle im 400-m-Bereich spielen. "In dieser Organisationsstruktur mache ich aber nicht mehr mit, dass ist definitiv", sagte Krempin.

Schultz macht nach den Spielen erst einmal zwei Wochen Urlaub. Mitte September soll dann ein Gespräch mit allen Beteiligten stattfinden. Vorher hat der 29-Jährige jedoch in Athen noch mindestens einen Auftritt. Am Freitag tritt er mit dem deutschen Quartett über vier x 400 m an. "Ich bin gesund und werde die Staffel laufen", versicherte der Hamburger. Wunderdinge könne man vom DLV - Quartett, das den deutschen Männern in Bydgoscz zum Europacupsieg verholfen hatte, aber nicht erwarten. Schultz: "Wir haben eine Endlaufchance. Aber in einer Woche kann man nicht alles umdrehen."

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