Nach dem EM-Aus droht die Ablösung des Trainers
Stielike gerät mehr und mehr unter Druck

Nach dem überraschenden Aus der Junioren-Auswahl im Viertelfinale der Europameisterschaft droht Ulli Stielike das Ende seiner Laufbahn als U 21-Nationalcoach. "Dieses Scheitern muss mir der Trainer erst einmal erklären. Wir hatten eine so exzellente Mannschaft, die ins Halbfinale gehört hätte", wetterte Gerhard Mayer-Vorfelder, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), als er in Basel von der 1:2-Niederlage der Nachwuchsmannschaft gegen Portugal in Mainz erfuhr.

HB MAINZ. Stielike ahnte schon unmittelbar nach dem Spiel, das zugleich das Ende aller Olympia-Hoffnungen bedeutete: "Der Schuldige für diese Niederlage stand doch schon vor dem Spiel fest."

Zum Verhängnis wurden dem früheren Profi von Borussia Mönchengladbach seine unverständlichen Spielerwechsel. Nach dem 2:1- Sieg zum Auftakt gegen die Schweiz hatte Stielike die Mannschaft für die zweite Partie gegen Schweden (1:2) gleich auf neun Positionen verändert. Nach der abschließenden Niederlage gegen die Südeuropäer wird nun offen über eine Ablösung des Trainers spekuliert.

Eine Alternative für den gebürtigen Badener, der von 1998 bis zum Beginn der EURO 2000 als Assistent von DFB-Teamchef Erich Ribbeck gewirkt hatte, könnte in der kommenden Saison der frühere Bremer Bundesliga-Profi Dieter Eilts sein. Stielike will das Feld aber nicht kampflos räumen. Er habe einen Vertrag beim DFB bis 2006 und wolle weiter im Nachwuchsbereich arbeiten, betonte er in Mainz: "Dort fühle ich mich sehr wohl." Rückendeckung bekam der Coach am Donnerstag von DFB-Delegationsleiter Harald Strutz: "Nach dieser Niederlage den Trainer in Frage zu stellen, ist falsch. Wir dürfen auch keine Schuldzuweisungen machen. Der Nachweis, dass wir gegen Schweden ohne neun Veränderungen gewonnen hätten, ist nicht zu erbringen."

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