Nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland geht der Absatz zurück
Verkauf von Rindfleisch sinkt drastisch

Nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland geht der Absatz zurück. Ein Verbot der Tiermehlfütterung wurde aus juristischen Gründen verschoben.

HB BERLIN/BRÜSSEL. Nach der ersten in Deutschland bekannt gewordenen BSE-Infektion von Schlachtvieh ist der Rindfleisch-Absatz gestern fast zusammengebrochen. Der größte deutsche Schlachter Westfleisch schätzte den Absatzrückgang gestern auf 30 bis 50 Prozent. Im Kampf gegen die Rinderseuche hat die Bundesregierung das für Mittwoch geplante Totalverbot der Tiermehl-Verfütterung in Deutschland um mehrere Tage verschieben müssen. Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) begründete dies gestern mit juristischen Bedenken. Ursprünglich sollte das Totalverbot per Eilverordnung durchgesetzt werden. In Niedersachsen wurde gestern ein Fall von mit Tiermehl verunreinigtem Rinderfutter bekannt - möglicherweise die Infektionsquelle für den ersten bekannt gewordenen BSE-Fall eines deutschen Rindes in Schleswig-Holstein. Die gesamte Herde des betroffenen Landwirts wurde notgeschlachtet.

EU-Gesundheitskommissar David Byrne forderte, die Deutschen sollten auf so genanntes Risikomaterial in Nahrungsmitteln wie Hirn verzichten. Hirn ist Bestandteil vieler Wurstsorten. Vor Journalisten in Berlin hielt Byrne der Bundesregierung vor, in der Vergangenheit zu wenig für einen ausreichenden Schutz der Konsumenten vor BSE unternommen zu haben. Polen verbot wegen der BSE-Krise unterdessen ab Mittwoch die Einfuhr von lebenden Rindern und Rindfleisch aus Deutschland, Spanien, Belgien, Dänemark und den Niederlanden.

Als Eiweiß-Ersatz soll importiertes Soja verfüttert werden, das allerdings zum größten Teil aus den USA stammt und teilweise aus genetisch veränderten Pflanzen stammt. Außer Soja sollen Erbsen, Bohnen, Lupinen und Raps als Ersatz-Proteinlieferanten verfüttert werden.

Während die Aktie des Fleischproduzenten Moksel AG gestern nachgab, stieg die Aktie des französischen BSE-Schnelltest-Anbieters Eurofins S.A. gestern am Frankfurter Neuen Markt um mehr als 20 Prozent.

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