Nach dem Fall von Phenomedia
Aktionärsschützer fordern stärkere Kontrolle

Nachdem mehrfach der Verdacht laut geworden ist, dass einige Unternehmen am Neuen Markt möglicherweise falsche Bilanzen vorgelegt haben, fordern Aktionärsschützer jetzt stärkere Kontrollen. Gedacht ist eine Instanz nach US-Vorbild.

Reuters DÜSSELDORF. Um Bilanzierungsfehler abzustellen, solle auch in der Bundesrepublik eine unabhängige mit der US-Börsenaufsicht SEC vergleichbare Kontrollinstanz eingerichtet werden, sagte das für den Neuen Markt zuständige Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) Markus Straub am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Vermutlich seien rund die Hälfte der nach den US-Bilanzierungsregeln US-GAAP erstellten Bilanzen der in dem Wachstumswertesegment gelisteten Unternehmen mit Fehlern behaftet. Dies geschehe vielfach nicht vorsätzlich, sondern resultiere auch aus der Unerfahrenheit von Unternehmen und Wirtschaftsprüfern im Umgang mit dem komplexen US-Regelwerk.

In den USA würden die Abschlüsse von der Börsenaufsicht SEC überprüft. Dies sei in Deutschland nicht der Fall. Vorschläge, dass die Überprüfung von Wirtschaftsprüfern übernommen werden solle, lehnte Straub ab: "Was vier blinde Augen nicht sehen, sehen auch acht blinde Augen nicht."

Am Dienstagmorgen hatte die am Neuen Markt gelistete Phenomedia AG eingeräumt, Anhaltspunkte für Fehler in ihren Geschäftsberichten entdeckt zu haben. Erst Anfang April hatte das Medienunternehmen In-Motion auf Grund fehlerhafter Bilanzierung seine Geschäftszahlen für 1999/2000 und 2000/2001 deutlich nach unten korrigiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%