Nach dem Kampf soll auf den Tischen getanzt werden
Rückkehr nach Danzig

Für Box-Weltmeister Dariusz Michalczewski geht ein Traum in Erfüllung. Erstmals in seiner Profikarriere kämpft der 33- Jährige am Samstag (ab 22.00 Uhr/Premiere) in seiner Heimatstadt gegen Joey de Grandis (USA) um den Titel.

dpa DANZIG. "Es war schon immer mein innigster Wunsch, einmal in Danzig um die WM boxen zu dürfen", sagt der WBO-Champion im Halbschwergewicht aus dem Hamburger Universum-Boxstall. Der Mega-Kampf gegen den Amerikaner Roy Jones jr., der in den drei anderen Verbänden IBF, WBA und WBC als Weltmeister geführt wird, spielt momentan keine große Rolle mehr.

Schon vor einem Jahr wollte der "Tiger" in seiner Heimatstadt kämpfen, doch damals gab es Probleme mit den Fernsehbildern. Diesmal griff Michalczewski in die eigene Tasche und sicherte mit einem Scheck in Höhe von 250 000 Euro die Übertragung aus Polen. Auch wenn der Amerikaner de Grandis als "Kanonenfutter" gilt, wird die 21. Titelverteidigung des gebürtigen Polen in der mit 5200 Zuschauern wohl ausverkauften Stoczniowiec Olivia Arena zu keiner leichten Aufgabe werden. "Ich spüre noch mehr Druck als sonst. Ich will den Fans etwas bieten", gibt Michalczewski zu.

Außerdem stehen Gastspiele in der Heimat für Universum-Boxer unter keinem guten Stern: Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko aus der Ukraine kassierte seine einzige Niederlage in Kiew. Istvan Kovacs, der mit seinem Kampf im Danziger Vorprogramm gegen Steve Trumble (USA) seine Laufbahn als Profiboxer beendet, verlor in seiner Heimatstadt Budapest den WM-Titel im Federgewicht. "Das wird mir auf keinen Fall passieren", sagt Michalczewski und baut vor. Fast eine Woche früher als sonst üblich begann er am Ort des Geschehens mit dem Training. "Ich schlage den Tiger in der fünften oder sechsten Runde k.o.", tönte der ebenfalls 33 Jahre alte Amerikaner trotzdem.

Michalczewski ficht das nicht an, sogar für die Siegesfeier ist schon alles bereit. Im "Tiger-Pub", der Sportsbar des Boxers in Danzig, soll nach dem Fight auf den Tischen getanzt werden. Schließlich hat Michalczewski in 45 Kämpfen 38 Gegner frühzeitig besiegt. Bei der Rückkehr in seine Geburtsstadt soll allerdings zum ersten Mal die polnische National-Hymne für Deutschlands erfolgreichsten Profiboxer gespielt werden. "Ich habe beide Pässe", verriet er und fügt hinzu: "In meinem Herzen bin ich ein guter Europäer."

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