Nach dem Kursrutsch
Analysten sehen WCM überwiegend als "Kauf"

Die WGZ-Bank hat die Aktien der Beteiligungsgruppe WCM nach dem jüngsten Kurssturz von "Akkumulieren" auf "Kaufen" angehoben. Das Kursziel bleibe bei elf Euro, betonten die Experten am Mittwoch in Düsseldorf.

vwd DÜSSELDORF. Sie halten wichtige Aussagen in der für den Kursrutsch verantwortlichen und am Vortag veröffentlichten Unternehmensanalyse für zu negativ. Nach ihrer Auffassung, die sich auf die Geschäftszahlen ähnlicher Unternehmen stützt, ist die Vermutung beträchtlicher stiller Reserven in den WCM-Immobilien berechtigt. Die Quartalsergebnisse würden aber weiterhin von der Realisierung vorhandener Buchgewinne abhängen, hieß es.

Im elektronischen Handel gewann das im Börsenindex MDAX gelistete Papier am Mittwochnachmittag 2,8 Prozent auf 7,35 Euro. Am Vorabend hatte sich der Titel mit einem Minus von mehr als 20 Prozent aus dem Handel verabschiedet. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft United ZurichFinance hatte WCM in ihrer Analyse unter anderem als "Strong sell" eingestuft und ein Kursziel von 2,86 Euro angegeben.

Die Aktie der Frankfurter Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft schaffte am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten von über 13 Prozent den Sprung ins Plus. WCM bezeichnet Teile der Analyse als falsch und kündigte rechtliche Schritte gegen das Investmenthauses an. Bis 14.00 Uhr gewann die WCM-Aktie um 3,6 Prozent auf 7,41 Euro.

Für Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin ist die kurzfristige Börsenreaktion schwer einzuschätzen. "Der Markt reagiert derzeit sehr sensibel auf Nachrichten über falsche Bilanzierungen", sagte der Analyst. Mittelfristig werde sich der Wert der Aktie jedoch wieder erhöhen. Plenk geht davon aus, dass die Anschuldigungen sich als falsch erweisen. So sei die Commerzbank-Beteiligung der WCM in der Studie falsch bewertet worden. "Dies lässt massive Zweifel an den anderen Vorwürfen aufkommen", erklärte Plenk. Der Analyst behält sein Rating "Kaufen" bei einem Kursziel von 15 Euro bei.

Auch Christoph Schlienkamp vom Düsseldorfer Bankhaus Lampe bleibt bei seiner Bewertung ("Marketperformer"). "Nach Rücksprache mit WCM gehen wir nicht davon aus, dass an den Hauptvorwürfen etwas dran ist", sagte Schlienkamp. Den fairen Wert sieht er bei 11 Euro. "Deshalb müsse man bei dem derzeitigen Kurs über eine Hochstufung des Ratings nachdenken", betonte der Analyst.

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