Nach dem Liberty-Ausstieg
Deutsche Bank hat angeblich Interesse an TV-Kabel

Die Deutsche Bank verhandelt nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" mit der Telekom über den Kauf der Kabelnetze in Norddeutschland.

ap/vwd HANNOVER. Der Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende Rolf Breuer und Telekom-Chef Ron Sommer hätten bereits die Lage sondiert, berichtete das Blatt unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Demnach ist die Deutsche-Bank-Tochter DB Investor daran interessiert, zunächst eine Lösung für Niedersachsen und Bremen zu finden. Womöglich würden aber auch Hamburg und Schleswig-Holstein in die Gespräche einbezogen.

Die Positionen der Deutschen Bank und der Telekom sollen dem Zeitungsbericht zufolge aber noch weit auseinander liegen. Dem Bericht zufolge muss sich die Telekom darauf einstellen, für ihr Fernsehkabelnetz deutlich weniger Geld zu bekommen als geplant. Die vom US-Medienkonzern Liberty gebotene Summe von 5,5 Milliarden Euro für 60 Prozent der Telekom-Netze könne der Konzern nicht mehr erzielen. "Nach Liberty ist die Welt anders", zitiert die Zeitung einen Eingeweihten.

Während der Telekommunikationskonzern vorzugsweise komplett verkaufen wolle, halte die Bank an ihrer Strategie fest, ihre Kabelbeteiligungen mittelfristig zu verkaufen. Daher wolle DB Investor nur so viel Geld ausgeben, wie zur Werterhaltung des Investments unbedingt nötig sei, so die Finanzkreise weiter. Wenn sich die Verhandlungspartner nicht in absehbarer Zeit näher kämen, verliere das TV-Kabelnetz an Wert, heißt es in dem Bericht weiter.

Dieser Umstand habe auch das niedersächsische Wirtschaftsministerium alarmiert. "Die Telekom muss auch Teilnetze verkaufen, damit es mit der Aufrüstung endlich vorangeht", sagte Ministerin Susanne Knorre auf Anfrage der Zeitung. In Branchenkreisen werde zudem bereits darüber spekuliert, ob nicht ein dritter Investor Interesse an einer Übernahme des Kabelgeschäfts haben könnte. Hinter den Kulissen sei Einiges in Bewegung geraten. Sicher sei auch, dass Liberty kein neues Angebot vorlegen werde. "Die haben schon alle ihre Leute wieder abgezogen", hieß es.

Das Bundeskartellamt hatte den Einstieg der Amerikaner in Deutschland im Februar untersagt. Die Behörde begründete seine Entscheidung mit der Gefahr von Preiserhöhungen zu Lasten der rund zehn Millionen Kunden. Liberty hatte daraufhin auch die geplante Übernahme des hannoverschen Netzbetreibers Tele Columbus abgesagt, einer Tochter von DB Investor. Die Telekom liefert das Fernsehsignal bis zum Haus, Tele Columbus überbrückt dem Bericht zufolge die letzten Meter zu den einzelnen Wohnungen.

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