Nach dem Regulierer-Urteil
Reaktionen: "Vom Wettbewerb im Ortsnetz kann keine Rede sein"

Den Verbänden der Telekom-Konkurrenten geht die Entscheidung der Regulierungsbehörde, die einmaligen Umschaltgebühren für den Zugang zur so genannten letzten Meile zu senken, nicht weit genug.

 

WiWo/AP BONN. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) in Köln kritisierte, die Neuregelung bleibe weit hinter den durch technische Weiterentwicklung geschaffenen Möglichkeiten zurück. Die Reduzierungen seien zu gering, um den Wettbewerb voranzubringen, wie es die EU ausdrücklich von der Bundesregierung verlangt habe. Der VATM erklärte, realistisch für die einfache Umschaltung wäre ein Preis von unter 40 Euro statt der jetzt festgesetzten über 70 Euro.

Der Bundesverband der regionalen und lokalen Telefongesellschaften (BREKO) bemängelte, der Regulierer habe den Weg für einen möglichen Beschäftigungsaufbau im Telekommunikationsbereich verbaut. Die Absenkung der Anschlusspreise sei lediglich Zahlenkosmetik. "Jede Absenkung um weniger als 50 Prozent ist Makulatur und verschleiert die tatsächlich recht niedrigen Bereitstellungskosten", erklärte BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann in Bonn.

Auch der Telekom-Konkurrent Arcor ist wenig glücklich. Als "völlig unzureichend" bezeichnet Arcor-Chef Harald Stöber die Senkung der Gebühren. Stöber: "Von einem fairen Wettbewerb im Ortsnetz kann weiterhin keine Rede sein. Der Regulierer hat erneut die Weichen für die Marktöffnung falsch gestellt."

Auch nach der jetzigen Regulierungs-Entscheidung müssen die Wettbewerber für die Übernahme eines Telefonanschlusses deutlich mehr an die Telekom zahlen, als diese ihren eigenen Kunden für die gleiche Leistung berechnet. "Der Wettbewerb im Ortsnetz wird mit solchen überhöhten einmaligen Gebühren massiv behindert", so Stöber. Arcor hatte Einmal-Entgelte von unter 25 Euro und eine Streichung der Kündigungsgebühren gefordert.

Telekom-Sprecher Hans Ehnert nannte dagegen die Senkung zu weit gehend. Das Unternehmen bedauere, das die Regulierungsbehörde die Kostenstruktur der Telekom nicht ganz berücksichtigt habe. Allerdings hätten die Einmalpreise bei der Vermietung der "letzten Meile" als Teilaspekt der Kalkulation keine so große Bedeutung. Wichtiger sei der monatliche Mietpreis, den die Regulierungsbehörde bis Ende März nächsten Jahres auf 12,48 Euro festgesetzt hatte.

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