Nach dem Rücktritt des Vorstandschefs
Brau und Brunnen-Tochter Schultheiss erwägt Alleingang

ddp DORTMUND/BERLIN. Nach dem überraschenden Rücktritt des Brau und Brunnen-Vorstandschefs Rainer Verstynen gibt es bei Tochterunternehmen des Dortmunder Getränkekonzerns offenbar Pläne zu mehr Eigenregie. "Wenn man uns Zeit lässt, können wir auch eigenständig weitermachen", sagte der Geschäftsführer der Berliner Schultheiss-Brauerei, Jochen Schmitt, der "Berliner Morgenpost" (Sonntagsausgabe).

Schultheiss plant laut Schmitt, die Marke «Berliner Pilsener» mittelfristig sowohl in Ost- wie in Westdeutschland bekannter zu machen. Doch werde die Schultheiss-Gruppe im laufenden Jahr wie 1999 mit roten Zahlen aus dem Markt gehen. Im Rahmen des Sanierungskonzepts, mit dem Brau und Brunnen sein defizitäres Biergeschäft wieder in die Gewinnzone bringen will, sollen allein in Berlin die Personalkosten um 20 % gesenkt werden. Das werde nicht ohne Stellenabbau gehen, sagte Schmitt.

Verstynen hatte am vergangenen Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Unternehmenspolitik" seinen Rücktritt bekannt gegeben. Eckpunkte des vom Aufsichtsrat beschlossenen Sanierungskonzepts sind massive Kosteneinsparungen in den Brauereien mit der Konzentration auf wenige Spitzenmarken, die Trennung vom Immobiliengeschäft und ein Ausbau des Gewinne einfahrenden Geschäfts mit alkoholfreien Getränken (unter anderem "Schweppes", "Apollinaris"). Im Biergeschäft sollen 400 der 3 400 Arbeitsplätze abgebaut werden.

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