Nach dem Spiel gegen Kaiserslautern
Hoeneß beklagt Sittenverfall im Fußball

Die Foul-Schlacht am Betzenberg vom vergangenen Wochenende wirkt nach: Bayerns Manager schimpft auf den FCK - und gesteht auch eigene Fehler ein.

sid MÜNCHEN. Manager Uli Hoeneß vom deutschen Fußball-Meister Bayern München hat den zunehmenden Sittenverfall in der Bundesliga beklagt, seine Kritik am Verhalten der Fans und Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern erneuert und erstmals auch eigene Fehler eingestanden. "Ich glaube, bestimmte Leute in Kaiserslautern haben gemerkt, dass man den Schiedsrichter und den Gegner einschüchtern kann - und das ist jetzt eine große Mache geworden. Nur dass wir alle, der ganze Fußball, die Leidtragenden sind, haben sie noch nicht begriffen", sagte Hoeneß der Münchner AZ.

Nicht nur die Provokationen auf dem Spielfeld, sondern auch die Pöbeleien der Lauterer Fans nach dem Spiel kritisierte Hoeneß. "Wenn Sie da im Bus sitzen würden und sich Kinder, Jugendliche, Mädchen und Frauen wie Lamas benehmen, könnten Sie mich wahrscheinlich verstehen. Die bespucken den Bus in einer Art und Weise, wie ich es noch nie gesehen habe", schimpfte Hoeneß und verwies auch auf Dosenwürfe in Richtung Mannschaftsbus.

Da müsse der Verein eingreifen, forderte der Manager, doch sei nirgends ein Ordner oder Polizist zu sehen gewesen. "Da müssen sich die Verantwortlichen mal hinstellen und sagen: Leute, so geht das nicht. Wenn unsere Fans die gegnerische Mannschaft so behandeln würden, würde ich mich dazwischen schmeißen", behauptete Hoeneß.

Gleichzeitig übte er auch erstmals Kritik am Verhalten einiger Verantwortlicher beim FC Bayern und ging explizit auf Co-Trainer Michael Henke ein, der - wie viele Ersatzspieler der Bayern auch - ebenfalls oft von der Ersatzbank aufspringt und wild gestikulierend und protestierend an die Seitenlinie läuft: "Das sind Dinge, die auch wir lösen müssen. Nicht nur andere, auch wir müssen uns etwas mehr zusammenreißen."

Dabei verwies Hoeneß auf die Partie des Rekordmeisters gegen Borussia Dortmund und den Fall Sebastian Kehl, der bekanntlich eine Offerte der Münchner ausschlug und zum BVB wechselte. Hoeneß habe im Vorfeld der Partie bewusst darauf verzichtet, "auf den Sebastian Kehl einzudreschen. Ich habe die Zuschauer gebeten, ihn nicht auszupfeifen. Solche Dinge muss man machen".

Auf der nächsten Liga-Tagung will Hoeneß den Sittenverfall in der Bundesliga thematisieren: "Es muss sich was ändern! Wir können nicht warten, bis es ein Chaos gibt. So geht es nicht weiter", warnte der Bayern-Manager.

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