Nach dem Sturz auf neue Tiefststände schließen die Kursbarometer im Plus
Wachstumswerte auf Berg- und Talfahrt

Selten tritt die Orientierungslosigkeit des Neuen Marktes so deutlich zu Tage wie gestern. Nach einem freundlichen Auftakt stürzten die beiden Kursbarometer um die Mittagszeit auf neue Rekordtiefs. Doch damit nicht genug der Wankelmütigkeit: Aus dem Handel gingen die Indizes wieder im Plus.

Von ANNA TRÖMEL



FRANKFURT/M. Wie nahe Hoffnung und neue Rückschläge manchmal beieinander liegen, führt uns der Neue Markt beinahe täglich vor Augen. So deutlich wie am Dienstag allerdings selten. Wer angesichts der freundlichen Eröffnung neue Hoffnung fasste und begann, sich nach Kandidaten für den Wiedereinstieg umzusehen, wurde zunächst abermals bitter enttäuscht. Gegen Mittag markierten die beiden Kursbarometer neue historische Tiefs. Am Abend wendete sich das Blatt allerdings wieder. Der Nemax schloss um 0,7 % fester bei 569 Zählern. Der Auswahlindex Nemax 50 kletterte sogar um 3 % auf 527 Zähler. Im Tagesverlauf war er der 500-Punkte-Marke bedenklich nahe gekommen. Am Markt zweifelt jedoch niemand ernsthaft daran, dass auch diese Linie noch fallen kann.

Am Dienstag stemmte sich das Marktschwergewicht Thiel Logistik mit beeindruckender Kraft dagegen. Der gefallene Engel, obschon nun auch noch von den Analysten der französischen Großbank BNP Paribas auf "Underperform" zurückgestuft, legte bis zum Handelsschluss um gut 20 % auf 3,80 Euro zu. Fester schloss auch die Aktie der Telekom-Tochter T-Online, an der das Gerangel um die Führung der Muttergesellschaft so gut spurlos vorbeigegangen war. Auch der für sechs Monate eingesetzte die Helmut Sihler wird vom Markt offenbar nicht als Bedrohung für den Internet-Provider angesehen: Die Aktie schloss 4 % fester bei 7,66 Euro.

Deutlich im Plus notierte - nach den jüngsten Einbrüchen wohl technisch bedingt - auch das Biotech-Schwergewicht Qiagen. Das Papier machte 9,3 % an Boden gut und schloss bei 7,73 Euro. Evotec OAI hielt mit den Kapriolen des Gesamtmarktes fast Schritt. Nach Kursverlusten von fast 10 % ging das Papier um 2,3 % fester aus dem Handel und schloss mit 4,71 Euro.

All das reichte unter dem Strich aus, um den Kurseinbruch der ebenfalls im Nemax 50 vertretenen SAP Systems Integration AG (SAP SI) auszugleichen. Er war die Folge einer - nach den schlechten Nachrichten des Mutterkonzerns SAP - nicht ganz unerwarteten Gewinnwarnung, die das Papier bis zum Schluss um 6,9 % auf 10,20 Euro prügelte.

Aufwärts ging es dagegen mit der Aktie des hessischen IT-Dienstleisters PSB. Das Unternehmen, das Büros mit Computern, Programmen und Netzwerkstrukturen versorgt, vervierfachte nach eigenen Angaben den Gewinn im ersten Halbjahr. Das Echo des Aktienmarktes: Ein Kurssprung von knapp 18 % auf 5,30 Euro. Auf diesem Niveau hatte sich die Aktie Anfang des Monats schon einmal bewegt, bevor das Papier in der vergangenen Woche das historische Tief von 4,20 Euro markierte. Schuld an dem Zick-Zack-Kurs ist wie so oft am Neuen Markt die geringe Marktkapitalisierung. Sie verleiht schon kleinen Orders große Wirkung.

Quelle: Handelsblatt

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