Nach dem Terroranschlag
USA ziehen Botschaftspersonal aus Riad ab

Nach den Selbstmordanschlägen in Riad ziehen die USA ihr nicht unbedingt benötigtes Botschaftspersonal aus Saudi-Arabien ab. Das US-Außenministerium riet am Dienstag auch Privatleuten zur Ausreise.

Reuters WASHINGTON. 29 Menschen, darunter neun Attentäter, waren nach saudiarabischen Angaben bei den fast gleichzeitig verübten Bombenanschlägen auf drei Ausländer-Wohnanlagen getötet worden. US-Präsident George W. Bush vermutete die El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden hinter den Anschlägen. "Diese abscheulichen Taten wurden von Mördern begangen, deren einziger Glaube der Hass ist, und die Vereinigten Staaten werden die Mörder finden und sie werden erfahren, was amerikanisches Recht ist", sagte Bush.

Neben dem Abzug des nicht unbedingt benötigten Personals der Botschaft und der Konsulate wies das US-Außenministerium auch die Familien der Diplomaten an, Saudi-Arabien zu verlassen. Auf Reisen nach Saudi-Arabien solle wegen der Gefahr weiterer Angriffe verzichtet werden. Wer sich dennoch in dem Königreich aufhalte, solle sich bei der US-Botschaft in Riad oder den Konsulaten registrieren lassen.

Bereits am 1. Mai hatten die USA für ihre Bürger eine Reisewarnung für Saudi-Arabien ausgesprochen. Damals hatte es geheißen, es gebe Hinweise darauf, dass "Terrorgruppen möglicherweise in der Endphase der Vorbereitung von Angriffen" auf US-Ziele in Saudi-Arabien seien.

Bush sagte, es sei noch zu früh für eine Aussage dazu, ob die saudiarabische Regierung genug getan habe, um Anschläge wie die vom Montag zu verhindern. Der Direktor des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, werde ihm am Mittwoch berichten, sagte Bush. "Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass es El Kaida war, aber ich wäre nicht überrascht davon", sagte er. El Kaida wird für die Anschläge am 11. September 2001 verantwortlich gemacht. Bushs Vize Dick Cheney sagte, mit einer solchen Bedrohung werde man nur fertig, indem man sie vernichte.

Die USA seien zufrieden mit der Zusammenarbeit der saudiarabischen Behörden, sagte ein US-Regierungssprecher. Ein Team von Ermittlern der US-Bundespolizei FBI werde nach Saudi-Arabien entsandt, um bei der Aufklärung der Anschläge zu helfen, die sich nur wenige Stunden vor einem Besuch von US-Außenminister Colin Powell in Riad ereigneten. Das Ministerium für Heimatschutz teilte mit, die US-Terrorwarnstufe bleibe unverändert bei "gelb", in der Mitte der fünfstufigen Skala.

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