Nach dem Treffen mit Berlusconi: Rumsfeld: Die Diplomatie ist gescheitert

Nach dem Treffen mit Berlusconi
Rumsfeld: Die Diplomatie ist gescheitert

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat am Freitag die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Irak-Krise für gescheitert erklärt und Deutschland erneut kritisiert.

HB/dpa ROM. "Die diplomatischen Bemühungen sind gescheitert", sagte Rumsfeld nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in Rom. Italien gehört zu den europäischen Ländern, die das Vorgehen der USA gegen den Irak unterstützen.

Er warnte zudem den irakischen Präsidenten Saddam Hussein und dessen Armeeoffiziere davor, Chemiewaffen gegen die US-Streitkräfte einzusetzen. "Falls sie chemische Waffen einsetzen, werden sie das bereuen", sagte Rumsfeld. Er wandte sich zudem gegen Warnungen vor weit reichenden Folgen eines Gewalteinsatzes gegen den Irak. "Nichts zu tun, könnte ein größeres Risiko sein, als etwas zu unternehmen", sagte der Minister.

"In den vergangenen zwölf Jahren haben wir gewaltige Anstrengungen der Diplomatie und der internationalen Gemeinschaft gesehen, die gescheitert sind", sagte er. Auch Wirtschaftssanktionen und begrenzte militärische Aktionen hätten nicht ihr Ziel erreicht, Saddam Hussein zu entwaffnen. "Mit jeder Woche und jedem Monat, die vergehen, steigt das Risiko, dass chemische oder nukleare Waffen gegen uns eingesetzt werden", sagte Rumsfeld.

Rumsfeld nahm erneut die Irak-Politik der Bundesregierung ins Visier. Sie habe mit der Irak-Frage Wahlkampf geführt, kritisierte er. "Jedes Land kann seine Außenpolitik frei wählen", meinte Rumsfeld. "Einige Länder unterstützen weder unsere jetzigen Bemühungen im Irak noch werden sie uns in der Ära nach Saddam Hussein unterstützen", betonte der US-Verteidigungsminister. Zuletzt hatte Rumsfeld Deutschland mit Libyen und Kuba in einem Atemzug genannt.

Rumsfeld reiste am Freitag zum US-Stützpunkt Aviano in Norditalien und danach nach München weiter. Am Freitagabend wollte er in der bayerischen Landeshauptstadt mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow zusammentreffen. Nach dpa-Informationen kommen die beiden am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zusammen. Moskau lehnt die von US-Präsident Bush befürwortete zweite UN-Resolution zum Irak ab.

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