Nach dem Treffen mit Blair: Bush gibt Waffeninspekteuren maximal "sechs Wochen"

Nach dem Treffen mit Blair
Bush gibt Waffeninspekteuren maximal "sechs Wochen"

US-Präsident George W. Bush hat nach übereinstimmenden britischen Medienberichten den Zeitpunkt für einen möglichen Militärschlag gegen den Irak auf Anfang bis Mitte März festgesetzt.

rtr/dpa WASHINGTON. Nach Informationen der "Times" stimmte Bush bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in Washington am Freitagabend der Möglichkeit einer zweiten UN-Resolution nur unter der Bedingung zu, dass die Waffeninspektionen im Irak nicht über "vier bis sechs Wochen" hinausgehen. Deutschland übernahm indes für einen Monat die Präsidentschaft des Weltsicherheitsrats.

Nach seinem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair sagte Bush zudem, dass er eine zweite UNO-Resolution zu Irak zwar begrüßen würde, diese aber nicht notwendig sei. Bush und Blair warfen Iraks Präsident Saddam Hussein erneut vor, sich den Abrüstungsforderungen der UNO zu widersetzen. US-Außenminister Colin Powell wird einem US-Magazin zufolge der UNO am Mittwoch Abhörbänder vorlegen, die belegen, dass Irak die Inspektoren wiederholt angelogen hat.

"Saddam Hussein rüstet nicht ab. Er ist eine Gefahr für die Welt", sagte Bush. "Er muss abrüsten. Die USA werden sich jedem Versuch widersetzen, diesen Prozess über Monate zu verzögern." Bush bezeichnete die im November verabschiedete UNO-Resolution zu Irak als ausreichend. Er fügte jedoch hinzu: "Sollten die Vereinten Nationen entscheiden, eine zweite Resolution zu verabschieden, wäre dies willkommen, wenn es ein weiteres Signal darstellt, dass wir Saddam Hussein entwaffnen wollen."

Auf dem Rückflug nach London sagte Blair am Samstag: "Ich glaube, es wird in den kommenden Wochen für alle sehr deutlich werden, ob Saddam kooperiert oder nicht." Er gehe davon aus, dass es eine zweite UNO-Resolution geben werde, sagte Blair. Seine Mitarbeiter sagten, Bush unterstütze privat auch eine zweite Resolution, wolle jedoch Irak gegenüber nicht den Eindruck der Schwäche erwecken. Blair sagte, er habe mit Bush auch über Einzelheiten eines Militärschlags gesprochen. Zu Details oder einem Zeitplan äußerte er sich nicht.

"Macht euch auf etwas gefasst

Wie "Newsweek" unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise berichtete, zeigen die Abhörprotokolle, dass Irak Dinge vor den Inspektoren versteckt habe. "Macht Euch auf etwas gefasst. Wir haben es (einen Beweis)", wurde ein Geheimdienst-Mitarbeiter zitiert. Ein anderer schränkte dagegen ein, dass nicht klar sei, ob es tatsächlich Waffen seien, die versteckt wurden. Die US- Abhörbehörde NSA habe seit der Wiederaufnahme der Waffeninspektionen vor zwei Monaten irakische Behörden überwacht, berichtete "Newsweek".

Die USA und Großbritannien haben erklärt, notfalls auch ohne ein Mandat der UNO gegen Irak Krieg zu führen. Frankreich, Russland und China beharren hingegen darauf, dass eine Entscheidung für einen Militärschlag nur vom Sicherheitsrat getroffen werde könne. Die Länder verfügen wie die USA und Großbritannien als ständige Mitglieder des Rats über ein Veto-Recht. Frankreich und Deutschland haben sich für eine friedliche Lösung des Konflikts ausgesprochen. Deutschland übernahm am Samstag den Vorsitz im Sicherheitsrat, verfügt dort jedoch nicht über ein Veto-Recht.

Die Chefs der Waffeninspektoren sollen am 14. Februar dem Sicherheitsrat erneut über ihre Suche nach Massenvernichtungswaffen in Irak berichten. Experten zufolge werden die britischen und US-Truppen in der Golfregion etwa zu dieser Zeit kriegsbereit sein.

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