Nach dem Vergleich mit Brüning
Schröders Frau fordert Lafontaines Parteiaustritt

Die Frau von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Doris Schröder-Köpf, hat den ehemaligen SPD-Chef Oskar Lafontaine wegen seiner Äußerungen in einer Zeitungskolumne aufgefordert, die Partei zu verlassen.

HB/dpa HANNOVER. Lafontaine hatte in der "Bild"-Zeitung Schröder mit dem Reichskanzler der Weimarer Republik, Heinrich Brüning, verglichen. Regierungssprecher Bela Anda wies den Vergleich als "völlig unhistorisch, undifferenziert und infam" zurück.

"Man kann das Deutschland im Jahr 2002 nicht mit dem Deutschland am Ende der Weimarer Republik vergleichen. Hier ist eine Grenze erreicht", sagte Anda. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) nannte den Vergleich "historisch abwegig". Er zeige das tiefe Niveau der Diskussion. "Das ist das Allerletzte", sagte Fischer.

Schröder-Köpf bezeichnete die Äußerungen als "unsolidarisch" und "eine Beleidigung für Lafontaines Nachfolger im Parteivorsitz und eine Beleidigung aller Mitglieder der SPD." Besonders die SPD - Mitglieder verbünden Geschichtsbewusstsein mit Solidarität, sagte sie der dpa in Hannover.

Lafontaine hatte am Montag in der "Bild" in seiner Kolumne "Mein Herz schlägt links" unter der Überschrift "Die Wiedergeburt Heinrich Brünings" geschrieben, Schröders Glaubwürdigkeit sei nach "Rentenlüge, Steuerlüge und Haushaltslüge" beschädigt. "Es ist so, als wäre Heinrich Brüning wiederauferstanden, jener Reichskanzler, der mit seiner Sparpolitik Massenarbeitslosigkeit verursachte und Hitler den Weg bereitete. Wie damals sind die Menschen verunsichert und geben immer weniger Geld aus."

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