Nach dem Verzicht von Sat 1 auf neue Option
Bundesliga im Minisender oder Sparten-TV?

Fußballfans können die Bundesliga-Zusammenfassung in der nächsten Saison möglicherweise auch auf einem kleinen Sender oder in einem Spartenkanal sehen. Nach dem Verzicht von Sat.1 auf die Option für die Spielzeit 2003/04 schließt die Buli GmbH als Rechteinhaber einen Vertrag ohne Berücksichtigung der großen Vier ARD, ZDF, RTL und Sat.1 nicht aus.

HB/dpa HANNOVER. "Das Produkt ist frei. Wir werden mit allen Sendern sprechen und es sind alle Lösungen denkbar", sagte Buli-Geschäftsführer Stephan Herth in einem dpa-Gespräch.

Seine Firma, seit wenigen Tagen eine 100-prozentige Tochter der Schweizer Infront GmbH, ist der Partner der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für die TV-Vermarktung der Bundesliga. Bisher ist völlig offen, welcher Sender zu welchen Konditionen von August an die Spiele im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) zeigt. "Wir haben genug Zeit", meinte Herth. Der Geschäftsführer betonte mit Blick auf das gescheiterte Experiment von tm3 mit der Champions League vor drei Jahren, dass es keinen Alleingang der Buli geben werde: "Wir werden unsere Strategien gemeinsam mit der DFL absprechen."

Sat 1 zahlt derzeit 80 Millionen Euro

Der derzeitige Bundesligasender Sat.1, der für die laufende Saison 80 Millionen Euro zahlt, hätte die nächste Spielzeit für rund 85 Millionen Euro haben können. Sat.1 verzichtete auf Grund der hohen Kosten, bleibt aber weiterhin an den Rechten interessiert. "Ich will nicht ausschließen, dass wir die Rechte zu einem höheren Preis verkaufen können", äußerte sich Herth dennoch optimistisch, die von den Bundesliga-Managern geforderte Preissteigerung trotz starken Kostendrucks für alle Fernsehsender erreichen zu können.

Ähnlich wie Bayern-Manager Uli Hoeneß erwartet Herth durch die Fußball-WM 2006 in Deutschland einen Schub für die Bundesliga. "Wir befinden uns in der Phase vor einem riesigen Event. Die Bundesliga nimmt durch die WM Fahrt auf", erklärte der Buli-Geschäftsführer. Neue Erlöspotenziale sieht er in der Verwertung der Bundesligaspiele im Internet und auf mobilen Endgeräten wie Handys.

Es schreckt ihn auch nicht, dass die Hoffnungen auf neue Märkte zuletzt einen herben Dämpfer erlitten. Seit zwei Wochen gibt es auf der DFL-Internetseite keine Live-Berichte von den Spielen mehr. Vertragspartner Altus Media kann aus Finanznot nicht arbeiten. Statt Geld zu verdienen, zahlte die Liga mit ihrer Homepage www.bundesliga.de im vergangenen Jahr sogar drauf.

Als Neuerung bietet die Buli mit Hilfe des Generalunternehmers Plazamedia seit Beginn der Rückrunde unter anderem den Konferenzkanal für die 2. Liga im Pay TV-Sender Premiere sowie den so genannten MMS- Service für spezielle Handy-Geräte an. Dabei können Fans Bilder der Bundesliga-Tore mit drei bis fünf Minuten Verspätung auf ihren Handys anschauen. In den vergangenen Monaten, so Plazamedia-Geschäftsführer Florian Nowosad, habe man mehr als 800 000 Euro in die Technik für diesen Service investiert.

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