Nach dem Viertelfinale
Türkische Siegesfeier endet mit Todesopfer

Millionen türkische Fans feierten am Freitag den Einzug ihres Teams ins Halbfinale. Doch die Siegesfeiern sind von einem Todesfall überschattet worden. In Gaziantep wurde ein Mann bei Freudenschüssen von einer Kugel am Kopf getroffen und erlag seinen Verletzungen. Das berichteten türkische Medien am Samstagmorgen.

Weitere 16 Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Auch ein zehnjähriges Kind wurde von einem Querschläger getroffen. Mill. Türken waren nach dem 3:1-Sieg im Elfmeterschießen gegen Kroatien auf die Straßen und Plätze in den Großstädten gestürmt und feierten ausgelassen bis in die Morgenstunden den ersten EM-Halbfinaleinzug ihrer Mannschaft. Dabei wurden wie schon bei den Jubelfeiern zuvor Freudenschüsse abgefeuert.

Nationaltrainer Fatih Terim hatte direkt nach dem Sieg in Wien erneut an seine Landsleute appelliert, von dieser Sitte Abstand zu nehmen. "Kein Sieg im Fußball ist ein Menschenleben wert", sagte Terim: "Ich hoffe, die Menschen feiern, ohne dass es zu einer Tragödie kommt."

Ausnahmezustand in Berlin

Auch in Berlin feierten rund 50 000 meist türkische Anhänger feierten in der Nacht zu Samstag in Berlin den Einzug der türkischen Nationalelf ins Halbfinale. Der Großteil der jubelnden Türken stürmte den Kurfürstendamm, der von der Polizei für kurze Zeit gesperrt werden musste. 400 Fahrzeuge bildeten mehrere Autokorsos in der City-West.

Die roten Halbmond-Flaggen oder Türkiye-T-Shirts dominierten die Public-Viewing-Einrichtungen. Nach dem Sieg wurden Feuerwerkskörper oder bengalische Feuer entzündet - alles verlief jedoch ohne größere Ausschreitungen. Die Polizei registrierte 18 Festnahmen wegen der üblichen Vorfälle wie Sachbeschädigung, Beleidigung oder Körperverletzung.

Für das EM-Halbfinale am Mittwoch zwischen Deutschland und der Türkei öffnet die Fanmeile im Tiergarten erstmals während der EM ihre Pforten. Neben mehreren Hunderttausend deutschen Anhängern rechnet die Polizei nun auch mit 50 000 türkischen Fans vor dem Brandenburger Tor. Noch ist nicht endgültig entschieden, ob die Partymeile bis zur Siegessäule verlängert wird. Senatssprecher Richard Meng blieb gelassen: `Ich sehe da wenig Probleme.'

© SID

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