Nach dem Worldcom-Skandal
Trügerische Börsenruhe

"Et hätt noch imma jot jejange", würden Kölner den Verlauf an der Börse kommentieren. Trotz des Bilanzierungsskandals bei Worldcom gab es keinen Kursturz an der Wall-Street. Als logische Folge wiesen am Donnerstag die meisten Aktien im Dax und am Neuen Markt ein Pluszeichen vor ihrer Notierung auf.

Ist damit alles ausgestanden? Mitnichten. Die gefährliche Mischung aus Bilanzbetrug, rasanter Dollar-Schwäche und Wirtschaftsproblemen in Südamerika und anderen Schwellenländern kann schnell dazu führen, dass die Börsenkurse erneut in Richtung Süden gehen. Schließlich fehlt bei der wichtigsten Grundlage für die Marktentwicklung, den Unternehmensgewinnen, ein Aufwärtstrend. Und Worldcom dürfte nach Einschätzung vieler Experten kein Einzelfall bleiben. "Man geht in die Küche, sieht eine Kakerlake und ist sich ziemlich sicher, dass sie nicht die einzige ist", beschrieb John Hendricks, Vize-Präsident von State Street Global Markets, bildhaft die Situation nach dem Worldcom-Debakel.

Ein waschechter Kölner würde sich von diesen wirtschaftlichen Zusammenhängen und Unsicherheiten bei seiner Anlagestrategie natürlich nicht blenden lassen. Denn der investiert getreu der rheinländischen Devise: "Et kütt wie et kütt."

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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