Nach Demonstrationen
Ecevit ruft zu Ruhe in der Türkei auf

Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit hat nach Demonstrationen gegen seine Politik in der Finanzkrise die Bevölkerung zu Ruhe aufgerufen. Die Türkei sei in einer schwierigen Phase, schrieb Ecevit in einem Artikel für die Zeitung "Hürriyet" (Sonntagsausgabe). Alle sollten vernünftig sein.

rtr ANKARA. Am Wochenende forderten tausende Demonstranten den Rücktritt Ecevits. Nach einem Streit zwischen Ecevit und Präsident Necdet Sezer im Februar war der Kurs der Lira gegenüber dem Dollar um 40 % abgesackt. In der kommenden Woche will die Regierung ein Wirtschaftsprogramm vorlegen, das den Weg für ausländische Kredite eröffnen soll.

Ecevit schrieb, er habe an die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder sowie von Dänemark, Belgien und der Schweiz geschrieben und um Unterstützung bei der Lösung der Wirtschaftsprobleme der Türkei gebeten. Wann Ecevit die Briefe geschrieben hatte, war nicht klar.

Am Sonntag zogen Agenturberichten zufolge rund 2000 Händler friedlich durch die Straßen von Istanbul und protestierten gegen die Politik Ecevits. Außerdem verlangten sie den Rücktritt der Regierung. Bereits am Samstag hatten sich tausende Anhänger der oppositionellen Islamischen Tugendpartei in Istanbul und Kyseri zu Kundgebungen versammelt. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Für kommenden Samstag haben Gewerkschaften zu landesweiten Protesten aufgerufen.

Ecevit hatte in den vergangenen Tagen wiederholt einen Rücktritt abgelehnt und erklärt, seine aus drei Parteien gebildete Regierungskoalition sei einig.

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