Nach den Geheimdienstangaben wurde zumindest einmal in dem Labor eingebrochen
Aufgegebenes Labor in Kabul kultivierte Milzbrand-Bakterien

Ein gegenwärtig geschlossenes Labor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hat nach einem Bericht des französischen "Journal du Dimanche" in der afghanischen Hauptstadt Kabul Stämme von Milzbrand-Bakterien kultiviert. Diese Laborarbeiten, für die sich nach dem Bericht auch die Taliban interessiert haben sollen, hätten der Produktion eines Impfstoffes für das Vieh in Afghanistan gedient.

dpa PARIS/GENF. Nach den Anschlägen in den USA sei das Labor seit dem 16. September verwaist, schreibt die Zeitung unter Berufung auf "besonders besorgte" französische Geheimdienste. Milzbrand-Fälle in den USA haben zu Angst vor Bio-Anschlägen geführt.

Das IKRK in Genf erklärte der Zeitung, ein afghanischer Veterinär melde sich von dort täglich beim Roten Kreuz, und bisher habe niemand versucht, die Arbeit wieder aufzunehmen. "Der für den Tier-Impfstoff verwandte Bakterienstamm ist nicht virulent", erklärte der Sprecher. Es handele sich um den Impf-Bakterienstamm 34F2 Sterne, "von dem die Fachleute uns gesagt haben, dass er nicht reaktiviert werden kann."

Die in dem Labor gezüchteten Stämme von Milzbrandbakterien sind nach Darstellung des IKRK ungefährlich. "Wenn man einen harmlosen Stamm hat, kann man daraus nicht einen gefährlichen machen", sagte IKRK-Sprecher Kim Gordon-Bates am Sonntag in Genf. In dem 1997 für 125 000 Dollar eingerichteten Labor seien Impfstoffe gegen Tierkrankheiten hergestellt worden.

Nach den Worten von Gordon-Bates war das Labor sehr einfach eingerichtet. Es sei völlig unklar, ob dort überhaupt gefährliche Stämme hätten hergestellt werden können. So etwas benötige eine ganz andere Ausrüstung, sagte der IKRK-Sprecher.

Eine Milzbrand-Expertin des "Institut Pasteur" in Paris sagte der Zeitung aber, man müsse sicher sein, "dass genau dieser Stamm und er allein dort verwendet worden ist". Nach den Geheimdienstangaben wurde zumindest einmal in dem Labor eingebrochen. In einem pakistanischen Labor seien außerdem verdächtige Bakterien-Käufe getätigt worden.

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