Nach den Quartalszahlen
Banken stufen Intershop-Aktie herunter

Nach Meinung der Analysten lägen die Geschäftszahlen weit unter den Erwartungen.

adx/reuters FRANKFURT/HAMBURG. Die Intershop AG hat die Erwartungen der Analysten mit ihrem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr nicht erfüllt. Die Düsseldorfer WGZ-Bank bezeichnete die Prognosen, die ein Umsatzplus von 22 Prozent bei stagnierendem Nettoverlust unterstellen, als «absolut enttäuschend». Der Teilrückzug vom US-Markt könne sich zudem als strategischer Fehler erweisen. Als Konsequenz stuften die Analysten ihr Rating von «Marketperformer» auf «Underperformer» zurück.

Wenig überrascht zeigten sich hingegen die Analysten von ABN Amro von den Intershop-Zahlen. Allerdings bezweifelten sie, dass Intershop wie angekündigt im vierten Quartal 2001 profitabel arbeiten werde. Im Vergleich zu Wettbewerbern sei der Wert noch immer zu teuer. Daher hält die niederländische Bank an ihrer Empfehlung fest, die Gewichtung von Intershop im Anlageportfolio zu reduzieren.

Skeptisch ist auch die Hamburger Berenberg Bank. Das Anlageurteil werde zwar zunächst bei «Halten» belassen, allerdings sei eine Abstufung nach der bevorstehenden Analystenkonferenz möglich. Die dramatische Umsatzentwicklung in den USA schreiben die Berenberg-Analysten weniger der schwachen Marktlage als unternehmensspezifischen Gründen zu. Ihrer Ansicht nach dürften die von Intershop angekündigten Maßnahmen zudem nicht reichen, um die Probleme in Asien und den USA in den Griff zu bekommen.

Die BW Bank und das Bankhaus Merck, Finck & Co. haben ihre Bewertung für die Aktien der Intershop AG nach Vorlage der Geschäftszahlen für das Jahr 2000 am Mittwoch nach unten gestuft. Merck Finck habe die Bewertung für Intershop auf "Verkaufen" von Marketperformer" zurückgenommen, sagte Analyst Oliver Graf Wrangel der Nachrichtenagentur Reuters. BW-Bank-Analyst Helmut Bartsch sagte das Institut habe die Bewertung für Intershop auf "Untergewichten" von "Neutral" zurückgenommen.

Wrangel sagte, die Umsätze im Geschäftsjahr 2000 lägen weit unter den Erwartungen. Die vorläufigen Zahlen seien nicht getroffen worden. Intershop müsse nun eine Strategie gegen den Wachstumsverfall vorweisen. Bartsch sagte, "wir haben bereits seit längerem Zweifel, ob das Unternehmen in der Lage ist, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen". Intershop habe für dieses Jahr den Sprung in die Gewinnzone prognostiziert. Die am Morgen veröffentlichten Umsätze und Verluste gäben keinen Anlass, den Kurs zu stützen. Ein Vertrauensverlust sei schon da. Hinzu komme, dass die gesamte E-Commerce-Branche zur Zeit angeschlagen sei.



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