Nach den Terroranschlägen
Interesse an Zivildienst wächst

Nach den Terroranschlägen in den USA denken in Deutschland offenbar immer mehr junge Männer über Wehrdienstverweigerung nach.

ddp BREMEN/BERLIN. In der Bremer "Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen" seien seit dem 11. September täglich 50 Prozent mehr Anfragen junger Männer eingegangen als im gleichen Vorjahreszeitraum, sagte Berater Paul Betz.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin betonte jedoch, dass sich dies bisher nicht negativ auf die Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr ausgewirkt habe. Zugleich bestätigte aber auch er das gewachsene Interesse junger Männer am Zivildienst. Bei den Wehrpflichtigen habe sich allerdings herumgesprochen, dass nur Zeit- und Berufssoldaten für einen möglichen Anti-Terror-Einsatz der Bundeswehr in Frage kommen.

Interesse an der Kriegsdienstverweigerung zeigen Betz zufolge neben den 18- bis 19-Jährigen auch Reservisten. Nach den Terroranschlägen in den USA seien bei der Zentralstelle weit über 200 Anfragen allein aus dieser Gruppe eingegangen. Sonst würden gerade mal 50 Anfragen von Reservisten im gesamten Jahr registriert. Es gebe umgekehrt jedoch auch Interesse, an einem möglichen Anti-Terror-Einsatz der Bundeswehr teilzunehmen. Grund dafür seien die hohen Gefahrenzulagen.

Im vergangenen Jahr hätten sich 172.800 junge Männer für den Zivildienst entschieden, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Zivildienst in Köln. Bis zum September 2001 waren es den Angaben zufolge 130.834. Ein Großteil der Anträge werde jedoch im vierten Quartal gestellt. Bereits heute deute sich an, dass die Zahl des Vorjahres überschritten werde.

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