Nach den Terroranschlägen
Weitere Festnahmen nach Mombasa-Anschlägen

Einen Tag nach den tödlichen Anschlägen auf Israelis im kenianischen Mombasa hat die Polizei weitere Verdächtige festgenommen.

Reuters MOMBASA. Zwölf Personen befanden sich am Freitag nach Polizeiangaben in Gewahrsam. Mindestens drei von ihnen seien Ausländer. Nach weiteren Verdächtigen arabischen Aussehens werde gefahndet, hieß es. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon kündigte an, die Hintermänner der Anschläge zu jagen und zur Rechenschaft zu ziehen. Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel waren am Vortag 15 Menschen getötet worden, unter ihnen drei Israelis. Ob die Tat der El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden zuzuordnen ist, war weiter offen.

Einzelheiten zur Identität der Festgenommenen machte Polizeichef Philemon Abongo nicht. "Wir meinen, dass einige von ihnen über Informationen verfügen, die für uns nützlich sein könnten", sagte er lediglich. Zwei bereits am Donnerstag nach dem Anschlag auf das "Paradise"-Hotel festgenommene Personen waren dem Geschäftsführer eines anderen Hotels zufolge im Besitz von US-Pässen. Der Mann und die Frau hätten am 26. November in seinem Hotel eingecheckt und versucht, zwei Stunden nach dem Anschlag am Donnerstag auszuchecken, sagte Ben Wafula vom "Le Soleil Beach Club".

Nahezu zeitgleich zu dem Anschlag auf das Hotel waren nur wenige Kilometer entfernt zwei Raketen auf ein israelisches Verkehrsflugzeug abgefeuert worden, die ihr Ziel jedoch verfehlten.



Scharon kündigt Vergeltung an

"Israel wird jene zur Strecke bringen, die das Blut unserer Bürger vergossen haben", sagte Scharon, der am Donnerstag zum Spitzenkandidaten seiner Likud-Partei bei den nächsten israelischen Parlamentswahlen bestimmt wurde. Er rief die Welt zu einem "kompromisslosen Feldzug" gegen den Terror auf. "Unserem langen Arm werden die Angreifer und diejenigen, die sie schickten, nicht entgehen". Die Rede erinnerte an die Reaktion Israels auf die Ermordung von elf israelischen Sportlern durch Palästinenser während der Olympischen Spiele 1972 in München. Damals hatte Israel mit Hilfe seines Auslandsgeheimdienstes Mossad die mutmaßlichen Verantwortlichen aufgespürt und getötet.

Sicherheitsexperten Israels und der USA untersuchten am Freitag den Tatort und das Auto der drei Selbstmordattentäter. Nach Ansicht des Mossad-Experten Jossi Melman muss sich der israelische Geheimdienst bei den Ermittlungen stark auf den US-Geheimdienst CIA und Kenia verlassen. "Wenn er herausfindet, wer dahinter steckt, wird er versuchen, sie aus Landes zu bekommen."



Israel und Kenia verdächtigen El Kaida

Zu beiden Anschlägen in Mombasa hat sich die bislang unbekannte Gruppe "Armee Palästinas" bekannt. Israel und Kenia vermuten die El Kaida hinter der Tat. Auch Bundesinnenminister Schily sagte im ZDF, es "spricht einiges dafür", dass El Kaida hinter den Anschlägen stehe. Es gelte weiterhin die Beurteilung, dass auch Deutschland in den Gefahrenraum des international agierenden Terrorismus gehöre. Dagegen erklärte das US-Präsidialamt, es sei verfrüht, die Gruppe verantwortlich zu machen. Der palästinensische Minister Nabil Schaath sagte in Berlin: "Dies ist keine palästinensische Operation".

Am Freitag trafen mehrere israelische Verletzte der Anschläge und andere Touristen aus Kenia kommend in Israel ein. An Bord der Militärmaschine waren auch die Leichen der drei getöteten Israelis, zwei 13 und 15 Jahre alte Brüder und ein 61-jähriger Mann.

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