Nach der Absage des TV-Duells
Mirow: Beust will sich drücken

Ole von Beust gefällt der Wahlkampfstil der Sozialdemokraten nicht - deshalb will er nicht vor laufenden Kameras mit Thomas Mirow streiten. Das nimmt der SPD-Spitzenkandidat dem Christdemokraten übel. Am Sonntag stehen die Wahlen auf dem Programm.

HB HAMBURG. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat der SPD im Bürgerschaftswahlkampf "fortgesetzte Niveaulosigkeit" vorgeworfen. Die persönlichen Angriffe gegen ihn entsprächen nicht der hanseatischen Tradition der Fairness, begründete er am Dienstag seine Absage eines NDR-Fernsehduells mit dem SPD-Spitzenkandidaten Thomas Mirow. Man könne "hart streiten in der Sache", müsse aber fair bleiben, sagte Beust. Mirow warf Beust dagegen vor, sich der Debatte entziehen zu wollen. Hamburg wählt am Sonntag eine neue Bürgerschaft.

Anlass der Absage Beusts ist ein von den Jusos verbreitetes Flugblatt, in dem Beust als "wohl faulster Bürgermeister Hamburgs" bezeichnet wird. Beusts Sprecher Christian Schnee sagte: "Die SPD hat offenbar kein Interesse an Inhalten."

Beust widersprach dem Vorwurf, er spiele "beleidigte Leberwurst". "Ich will mich nicht auf ein solches Niveau herablassen, daher wird es kein weiteres Fernsehduell geben." Anstelle des Fernsehduells will der NDR nun am Mittwoch Einzelinterviews mit Beust und Mirow senden.

Mirow sagte der dpa, die Hamburger hätten ein Anrecht darauf, die Positionen beider Bewerber um das Bürgermeisteramt zur geplanten Privatisierung der städtischen Krankenhäuser zu erfahren. Mirow sagte, es sei bedauerlich, dass sich Beust "dieser selbstverständlichen Demokratenpflicht unter einem durchsichtigen Vorwand" entziehe. Die Klinik-Privatisierung ist eines der strittigen Hauptthemen im Wahlkampf der Hansestadt.

Der Juso-Bundesvorsitzende Niels Annen warf Beust vor, er habe im Wahlkampf-Endspurt "kalte Füße" bekommen. Zudem sei die Begründung für die Absage "haarsträubend". Er forderte Beust auf, sich der politischen Auseinandersetzung zu stellen.

In einer ersten Reaktion bot die Hamburger FDP an, ihren Spitzenkandidaten Reinhard Soltau anstelle des Bürgermeisters vor die Kameras zu schicken. "Dieses Angebot war wohl eher lustig gemeint", sagte SPD-Sprecher Christoph Holstein.

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