Nach der Auftaktpleite
Donadoni steht weiter im Fokus der Kritik

Nach der 0:3-Niederlage der Italiener am ersten Gruppen-Spieltag gegen die Niederlande, verschärft sich die Kritik am italienischen Nationaltrainer Roberto Donadoni.

Die italienischen Gazetten schießen aus vollen Rohren, Vorgänger und Weltmeister-Coach Marcello Lippi sitzt Trainer Roberto Donadoni im Nacken, und selbst aus der Mannschaft kommt leise Kritik: Derart in die Defensive gedrängt wie Donadoni dürften sich nicht einmal seine überforderten Spieler bei der 0:3-Blamage des WM-Champions gegen die Niederlande zum EM-Auftakt gefühlt haben. "Der Trainer bekommt von allen Seiten Feuer. Er hat kein Alibi mehr", schrieb die Gazzetta dello Sport.

Wie sehr Donadoni vor dem Spiel am Freitag in Zürich gegen Rumänien unter Druck steht, zeigte die Pressekonferenz nach der Rückkehr ins EM-Quartier in Baden. Der 44-Jährige wurde zugeschüttet mit wort- und gestenreichen Fragen zu Taktik und Personal.

Warum nicht Del Piero von Anfang an? Warum nicht De Rossi? Warum aber dieser Materazzi? Warum nicht gleich mit zwei Stürmern? "Donadonis taktisches Modell ist gescheitert", brachte Sandro Mazzola, Mitglied der Europameister-Mannschaft von 1968, die Stimmung im Land des viermaligen Weltmeisters auf den Punkt. "Es liegt nicht am System, wenn man solche Fehler macht. Und ihr könnt Spieler fordern und eure Aufstellungen machen. Ich stelle diejenigen auf, von denen ich glaube, dass sie die beste Form haben", verteidigte sich Donadoni vor etwa 100 Journalisten. Er bewahrte nach außen hin die Fassung, doch ein "Commissario tecnico", der sich über eine Stunde lang für seine Entscheidungen rechtfertigt, wirkt wenig souverän. "Er hat noch nicht begriffen, was er angerichtet hat", meinte der Corriere dello Sport.

Verbandspräsident Giancarlo Abete saß zwar zur moralischen Unterstützung mit auf dem Podium, doch wirklich zur Seite sprang er dem Coach nicht. "Abete verteidigt Donadoni, aber er denkt schon an Lippi", schrieb die Gazzetta dello Sport. Der 60-Jährige Lippi gönnt sich seit dem WM-Triumph vor zwei Jahren eine Auszeit, doch die Gerüchte um eine Rückkehr verdichten sich.

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