Nach der Bundestagswahl
Düstere Aussichten für Investitionen

Das Investitions- und Beschäftigungsklima in Deutschland hat sich nach der Wahl dramatisch verschlechtert. Das belegt der Handelsblatt Business Monitor für Oktober, eine repräsentative Umfrage unter Führungskräften.

HB DÜSSELDORF. Beide Indizes auf neue Negativrekordwerte seit Anfang 1999. Beide Indikatoren hatten sich vor der Bundestagswahl in der Hoffnung auf einen Regierungswechsel noch leicht von ihren vorherigen Tiefstständen erholt. Im Oktober allerdings geben nur mehr 8 Prozent der Top-Manager (-14 Punkte) an, ihr Unternehmen werde die Investitionen in den nächsten Monaten erhöhen, 43 Prozent (+19) hingegen wollen sie zurückfahren, 48 Prozent (-4) konstant halten. Vor allem die kleinen Firmen (100 bis 500 Beschäftigten) neigen zur Zurückhaltung, und nach Branchen betrachtet das Baugewerbe sowie die Metall-/ Elektroindustrie und der Fahrzeug-/Maschinen­bau.

Die Investitionszurückhaltung könnte dramatische Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Nur noch 9 Prozent der Firmen (-8 Punkte) wollen nach den Angaben ihrer Führungskräfte demnächst vermehrt Personal einstellen, mehr als die Hälfte (54 %; +20 Punkte) erwartet einen Abbau von Beschäftigung. 37 Prozent (-10 Punkte) planen mit unverändertem Mitarbeiterstand. Die Tendenz zur Verringerung der Mitarbeiterzahlen erfasst die großen Konzerne in fast gleichem Ausmaß wie kleine und mittlere Firmen. Im Vergleich der Branchen sind es laut Handelsblatt ebenfalls das Baugewerbe sowie der Bereich Metall-/Elektroindustrie und Fahrzeug-/Maschinenbau, die mehr als andere Personal einsparen wollen (zu 65 % bzw. 63 %).

Die überaus pessimistischen Erwartungen der Entscheider nähren sich wohl auch entscheidend aus Vorbehalten gegenüber einer weite-ren rot-grünen Regierung: Sowohl im Rückblick auf die vergangene Legislaturperiode als auch - noch etwas deutlicher - mit Blick auf die kommenden vier Jahre vermuten die Manager mit klaren Mehrheiten eher ungünstige Folgen für ihre Unternehmen. So geben 69 Prozent an, ihre Firmen hätten in den zurückliegenden vier Jahren eher Nachteile zu spüren bekommen. Nur 6 Prozent glauben, Vorteile aus dem Wirken von Rot-Grün gezogen zu haben.

Die Top-Manager sehen dabei nicht nur Beeinträchtigungen des eigenen Unternehmenserfolgs, sie trauen es rot-grüner Politik mit deutlich überwiegenden Mehrheiten in der gegenwärtigen Lage auch nicht zu, zentrale wirtschaftspolitische Ziele und damit eine Verbesserung der generellen Rahmenbedingungen zu erreichen. Jeweils 89 Prozent bezweifeln, dass unter der neuen rot-grünen Bundesregierung die Arbeitslosigkeit merklich sinken wird bzw. dass der Anteil der Lohnnebenkosten reduziert wird. Fast vier von fünf Führungskräften rechnen zudem nicht mit einer erkennbaren Verbesserung der Konjunktur.

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