Nach der Entdeckung von Designer-Steroid
Dopingproben der Leichtathletik-WM werden erneut getestet

Alle Urinproben der vergangenen Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Paris sollen wegen der Entdeckung eines zuvor nicht nachweisbaren Dopingmittels erneut getestet werden. Dies teilte der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF am Dienstag mit.

HB LONDON. Bei einem positiven Ergebnis drohe den Athleten eine Disqualifikation und eine zweijährige Sperre, sagte der Sprecher in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Zahlreiche US-Athleten waren zuvor bei den US-Leichtathletik-Meisterschaften positiv auf das Designer-Steroid Tetrahydrogestrinone (THG) getestet worden, wie die Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) am vergangenen Donnerstag mitgeteilt hatte.

USADA-Chef Terry Madden sprach von einer Verschwörung von Chemikern, Trainern und Athleten. "Ich weiß von keinem anderen Dopingfall der größer ist und der mehr Athleten betrifft als dieser, ganz sicher nicht im Bereich anabole Steroide."

Den Hinweis auf das bis dahin nicht nachweisbare Steroid hatte nach Maddens Angaben ein bekannter Trainer gegeben. Er habe eine Spritze mit dem Mittel eingeschickt. Auf diese Weise habe eine neue Testmethode entwickelt werden können, mit der die Substanz nachgewiesen werden könne.

Der IAAF werde die Urinproben von der WM in Paris testen, wenn die Testmethode einem dortigen Labor zugänglich gemacht werde, sagte der IAAF-Sprecher. Andernfalls würden die Proben in Los Angeles in jenem Labor getestet, das die Methode entwickelt habe.

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