Nach der erneuten Zinssenkung in den USA
Duisenberg und Eichel bekräftigen Verantwortung für Preisstabilität

dpa-afx FRANKFURT. Einen Tag nach der erneuten Zinssenkung in den USA hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, die Verantwortung der EZB für die Preisstabilität bekräftigt. Aufgabe sei, "den Wert der Euro-Banknoten und-münzen zu erhalten und die Inflation unter Kontrolle zu halten", sagte der Notenbank-Präsident am Mittwoch während einer Konferenz zur Euro-Bargeldeinführung in Frankfurt. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) bescheinigte der EZB, bei der Inflationsbekämpfung ganze Arbeit geleistet zu haben. Sie verdiene es, "etwas pfleglicher behandelt zu werden".

"Die EZB wird dafür sorgen, dass der Euro eine harte Währung bleibt", sagte Eichel. Seine Kaufkraft im Inneren sehe er auch in Zukunft nicht gefährdet. Die EZB hatte in der vergangenen Woche alle drei Leitzinsen für die zwölf Länder der Euro-Region um jeweils 0,25 Prozentpunkte zurückgenommen. Ihre erste Zinssenkung seit gut zwei Jahren begründete sie mit einem "etwas geringeren Inflationsdruck auf mittlere Sicht". Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Ernst Welteke, verteidigte diesen Schritt. Nach der erneuten Zinssenkung der US-Notenbank hätte sonst eine Debatte in Deutschland über die Lockerung der Geldpolitik begonnen.

Eichel erwartet spürbare Impulse

Eichel warb in Frankfurt um Vertrauen in den Euro, der seit seiner Einführung 1999 den zwölf Mitgliedsländern der Währungsunion spürbare wirtschaftliche und politische Impulse gegeben habe. "Der Euro bleibt stark, wenn wir alle ihm vertrauen." Damit er an Renommee gewinne, müssten sich die Teilnehmerstaaten an die im Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt vereinbarten Regelungen halten. Das gelte auch für Deutschland. Er hoffe deshalb, dass die Ergebnisse der Steuerschätzung keine allzu großen Überraschungen bringen. Als wichtigen Grund für den Vertrauensverlust sei der Verlust des Außenwertes, der seit Einführung gegenüber dem US-Dollar um rund ein Viertel nachgegeben habe. Was die Konjunkturentwicklung betreffe sei die Eurozone mehr von den USA abhängig als viele zuvor angenommen hätten.

Niedrige Preisen dank intensiven Wettbewerbs

Als Vorteil der Euro-Einführung für die Verbraucher nannte Eichel niedrige Preisen dank eines intensiven Wettbewerbs. Mit der Einführung des Euro-Bargeldes zum Januar 2002, die gut vorbereitet sei, werde der Preisvergleich noch einfacher. Er rechne nicht damit, dass die Währungsumstellung für Preiserhöhungen genutzt wird. Auch der Staat verzichte bei der Umstellung auf Einnahmen von rund 400 Mio. DM.

Duisenberg verwies auf eine 80 Mio. Euro teure EZB-Kampagne, mit der in den kommenden Monaten die 300 Mio. Menschen in der Euro-Zone über die Modalitäten der Währungsumstellung und das Aussehen von Banknoten und Münzen informiert werden. Um das Fälschungsrisiko zu begrenzen, sollen die Sicherheitsmerkmale des neuen Gelds der Öffentlichkeit erst am 30. August in Frankfurt vorgestellt werden. Nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Welteke bleibt in Deutschland viel zu tun, um die verbreitete Euro-Skepsis abzubauen. "Leider sind im europäischen Vergleich die Vorbehalte in Deutschland besonders hoch."

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