Nach der Flut von Geschäftszahlen
Allianz und T-Aktie sorgen für kräftiges Plus im Dax

Der Deutsche Aktienindex hat am Donnerstag einen der ereignisreichsten Handelstage des Jahres mit einem kräftigen Plus abgeschlossen. Treibende Kräfte des Aufschwungs waren unter anderem die Allianz und die Deutsche Telekom.

Reuters FRANKFURT. Der Dax schloss am Donnerstag vier Prozent höher bei 3 188,39 Zählern, während der Nebenwerte-Index MDax 0,1 % auf 3 112,43 Punkte verlor. Am Neuen Markt stieg derweil der Auswahlindex Nemax 50 um 2,1 % auf 424,26 Zähler. An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,3 % im Plus bei 8 508 Stellen, während der Nasdaq-Index 2,6 % auf 1 396 Punkte gewann.

Hoffnungen auf Jahresendrally steigen

Die Chancen auf weitere Kursgewinne bis zum Jahresende sind nach Einschätzung von Marktteilnehmern mit Ablauf dieser Woche gestiegen. Sie bewerteten positiv, dass der Dax durch die Welle von Quartalszahlen unbeschadet hindurchgekommen sei. In dieser Woche hat das Börsenbarometer bislang per Saldo rund 3,5 % zugelegt.

Optimistische Ausblicke beflügeln Allianz und Epcos

Im Mittelpunkt des Interesses standen am Donnerstag die Papiere der Allianz und von Epcos. Ihre Aktien verteuerten sich trotz schwacher Geschäftszahlen um 8,1 % auf 105 Euro beziehungsweise um knapp 20 % auf 11,88 Euro. Damit verliehen sie auch den übrigen Werten ihrer jeweiligen Branchen deutlichen Auftrieb. Rund zwei Drittel der Gewinne im Dax gingen auf das Konto der Finanz- und Technologiewerte.

Die Allianz habe offenbar alle Verluste in dieses Quartalsergebnis gepackt, kommentierte ein Händler das Minus von 2,5 Mrd. Euro. "Der Markt geht nun davon aus, dass das Schlimmste vorüber ist", fügte er hinzu. Derweil legten die Aktien der Münchener Rück um 7,2 % auf 127,59 Euro und diejenigen der Deutschen Bank um 7,1 % auf 49,45 Euro zu.

Epcos wies für das abgelaufene Geschäftsjahr einen unerwartet hohen Verlust aus, sagte für das Geschäftsjahr 2002/2003 aber eine Rückkehr in die Gewinnzone voraus. "Der Ausblick von Epcos war hoffnungsvoller als der von Siemens. Epcos hilft heute dem gesamten Technologiesektor", sagte der Analyst Theo Kitz von Merck Finck. Die Siemens-Papiere stiegen um 5,7 % auf 46,40 Euro.

Kein Überraschungen bei der Telekom

Die T-Aktie legte um 4,1 % auf 11,69 Euro zu. Ricke stehe als bisheriger Vorstand des Mobilfunkgeschäfts für eine der Wachstumssäulen im Telekom-Konzern, kommentierte der Analyst Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin Rickes Ernennung. Mit Blick auf den Rekordverlust von 24,5 Mrd. Euro für die ersten neun Monate sagte der Fondsmanager Boris Böhm von Nordinvest: "Die Bilanz ist jetzt bereinigt und der neue Chef kann nun einen Neubeginn einleiten."

Linde und Eon enttäuschen

Mit einem Minus von 4,4 % auf 34,95 Euro lagen die Titel von Linde an der Spitze der wenigen Dax-Verlierer. Der Mischkonzern verbuchte im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang des Betriebsgewinns und verfehlte die Prognosen der Analysten.

Eon konnte sein operatives Ergebnis in den ersten neun Monaten zwar um 36 % auf 3,2 Mrd. Euro steigern. Aber auch der Energieerzeuger blieb hinter den Erwartungen der Experten zurück. "Überraschend war die hohe Abschreibung auf (die Eon-Tochter) Powergen, die sich aus der schwierigen Lage im britischen Strommarkt auf der Erzeugerseite erklärt", sagte der Analyst Marc Ziegner von der Hamburgischen Landesbank. Die Eon-Aktien fielen um 0,7 % auf 46,44 Euro.

Mobilcom offenbar gerettet

Am Neuen Markt stiegen die Aktien von MobilCom um ein Drittel auf sechs Euro. Zuvor hatte Firmengründer und Hauptaktionär Gerhard Schmid den umstrittenen Treuhandvertrag für seine Anteile unterschrieben. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass ein bereits geschnürtes Rettungspaket umgesetzt und damit die Insolvenz abgewendet werden kann.

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