Nach der Landtagswahl
Grüne setzen auf rot-grünen Kampf um Bundestagswahl

Die Grünen sind trotz der schweren Wahlniederlage ihrer Partei in Sachsen-Anhalt zuversichtlich über ihr Abschneiden bei der Bundestagswahl am 22. September. "Der Herbstweizen wird sich vom Frühjahrsweizen unterscheiden. Da bin ich ganz sicher", sagte ihr Spitzenkandidat, Bundesaußenminister Joschka Fischer, in Berlin.

dpa BERLIN. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth nannte das Ergebnis in Sachsen-Anhalt "enttäuschend". Deswegen gäben die Grünen aber "als Partei den Osten nicht verloren". Die Spitzenkandidatin in Sachsen- Anhalt, Undine Kurth, versuchte, das Wahlergebnis unter anderem mit der Wechselstimmung in dem Bundesland zu erklären. "Uns hat man für den Wechsel nicht gebraucht."

Für die Bundestagswahl werde seine Partei alle Kräfte bündeln, sagte Fischer. In Ostdeutschland hätten die Grünen noch einen "schwierigen und steinigen Weg" vor sich. Aber auch im Westen hätte die Partei für den Einzug in Länderparlamente zum Teil zehn Jahre gebraucht. Roth sagte, ihre Partei richte sich im Bund auf einen "sehr deutlichen Lagerwahlkampf" ein.

Es gehe darum, ob die rot-grüne Reformpolitik fortgesetzt werde oder ob es "schwarzen Rückschritt garniert mit gelber Rücksichtslosigkeit oder großkoalitionären Stillstand" gebe. Die Grünen wollten gestärkt in den nächsten Bundestag einziehen. Sie würden dazu im Wahlkampf "politisieren, aber auch polarisieren". Politische Konzepte sollten im Vordergrund stehen. Eine Personalisierung lehnte Roth nicht ab. "Das machen wir auch". Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) nannte das Ergebnis von Sachsen-Anhalt "nicht unerwartet". Dies sei keine Vorentscheidung für die Bundestagswahl. "Im Gegenteil: Die werden wir gewinnen".

Der Fraktionschef im Bundestag, Rezzo Schlauch meinte: "In Sachsen-Anhalt war für uns eigentlich nichts zu gewinnen." Bundesgeschäftsführer Reinhard Bütikofer vertrat im WDR die Auffassung, in Sachsen-Anhalt hätten sich Wähler, die eigentlich mit den Grünen sympathisierten, angesichts der schlechten Umfrageergebnisse überlegt, ihre Stimme nicht durch ein Kreuz bei den Grünen zu verschenken.

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