Nach der Nichtberücksichtigung zu den 140-Jahr-Feiern
Lafontaine wirft Schröder stalinistische Methoden vor

Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine hat Bundeskanzler Gerhard Schröder vorgeworfen, mit ihm so umzugehen, wie der sowjetische Diktator Stalin mit seinem politischen Rivalen Leo Trotzki.

HB/dpa ROM. Es gebe "interessante historische Parallelen" zu seiner Nichteinladung zu den 140-Jahr-Feiern der SPD, sagte Lafontaine der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Donnerstag). "Während des Stalinismus' wurde Trotzki von den offiziellen Fotos weg retuschiert. Heute wendet Schröder die gleiche Methode an, indem er mich nicht zum Parteifest einlädt."

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine wollt beim Sonderparteitag der Sozialdemokraten zur Reformpolitik am 1. Juni in Berlin auftreten, wurde allerdings nicht eingeladen. Generalsekretär Olaf Scholz habe entschieden, dass es Lafontaines bisheriges Verhalten der Partei gegenüber nicht rechtfertige, zu der Veranstaltung zu kommen, hatte SPD-Sprecher Neuendorf zitiert.

Als Bedingung nannte für seine Teilnahme forderte Lafontaine, dass er vor den Delegierten genau so viel Redezeit eingeräumt bekomme wie Parteichef Gerhard Schröder. Der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Franz Müntefering, hatte Lafontaine am vergangenen Wochenende vorgeworfen, er sei "bisher immer feige" gewesen, "wenn's drauf ankam". Am Rande der Maikundgebung des DBG Saar sagte der zu den schärfsten Kritikern Schröders in der Partei zählende Lafontaine der "Saarbrücker Zeitung", er sei durchaus bereit, vor den Delegierten des Berliner Parteitages das Wort zu ergreifen. Dabei sei aber Voraussetzung, dass "mir die gleiche Redezeit eingeräumt wird wie meinem Amtsnachfolger", fügte Lafontaine hinzu.

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