Nach der Wahl
Presse deutet Bush-Wahl sehr unterschiedlich

Die Bewertung der Wiederwahl des amerikanischen Präsidenten stößt bei den Zeitungen in Europa, Arabien, Asien und Amerika auf sehr unterschiedliche Bewertungen. Die Times meint, Bush sei gut für die Wirtschaft - die Arab News fürchten, nun müssten noch mehr Unschuldige sterben.

HB DÜSSELDORF. Die niederländische Zeitung De Volkskrant differenziert zwischen verschiedenen Wählergruppen. "Die Demokraten haben bei weißen Männern, Katholiken und Einwohnern der südlichen Staaten stark an Vertrauen eingebüßt. Landesweit wurden diese Nachteile nicht durch Unterstützung aus Minderheiten ausgeglichen. Das bedeutet, dass die Republikaner auch mit einem mittelmäßigen Kandidaten gewinnen konnten. Die Demokraten hätten schon einen Spitzenkandidaten vom Schlag eines Bill Clinton präsentieren müssen."

Die Gaseta aus Moskau sieht in Bush einen starken Mann, wie ihn die Wähler lieben. "Entscheidend war, dass die Menschen in diesen Kriegszeiten einen starken Staatsführer wollten und keinen Intellektuellen und Aristokraten aus Boston."

El Mundo, Madrid, sieht das ähnlich: "Die Angst vor dem Terror und die Sehnsucht nach einer starken Führung waren in den USA stärker als der Wunsch nach einem Wandel." Eine Mehrheit in den USA wolle einfache Antworten auf komplexe Fragen. Die Entscheidung der Wähler habe Osama bin Laden und dem Terrorismus geholfen, denn Bush werde nun sicher seine polarisierende Irak-Politik fortführen.

Die britische Boulevardzeitung Daily Mirror fragte auf dem Titel: "Wie können 59 054 087 Menschen nur so blöd sein?" Der entfesselte rechtsorientierte Präsident könne nun tun und lassen, was er wolle, schrieb das Blatt. Bush sei gegen Rechte für Schwule, kümmere sich nicht um die Umwelt und verhindere eine Waffenkontrolle. Die Welt müsse sich nun zudem darauf gefasst machen, dass Condoleeza Rice weiterhin auf der politischen Bühne herumstolziere - sie sei als Nachfolgerin von Colin Powell im Gespräch. Powell seinerseits habe endgültig die Nase voll von der Zusammenarbeit mit Verteidigungsminister Rumsfeld.

Ein Kolumnist der Londoner Times meint, Bushs Wahlsieg konsterniere vielleicht die Deutschen und Franzosen, sei aber für Englands Wirtschaft ein Grund zur Freude. Bush habe versprochen, die Staatsausgaben zu kürzen und Anreize für Leistung zu schaffen. Das werde das Wachstum in den USA ankurbeln - und damit auch den britischen Unternehmen einen Schub geben. Kerrys wirtschaftspolitische Pläne seien das letzte gewesen, was die US-Wirtschaft jetzt gebraucht habe.

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