Archiv
Nach DPG-Votum zu Verdi auch HBV-Zustimmung erwartet

Die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) hat einer Fusion zur Großgewerkschaft Verdi am Montag mit klarer Mehrheit zugestimmt. Auch von der Abstimmung auf dem Kongress der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) am Abend wurde deutliche Zustimmung erwartet.

rtr BREMEN/MAGDEBURG. Die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) hat einer Fusion zur Großgewerkschaft Verdi am Montag mit klarer Mehrheit zugestimmt. Zum Abschluss des außerordentlichen DPG-Kongresses in Bremen sprachen sich die rund 500 Delegierten bei nur acht Gegenstimmen für die Gründung von Verdi im März aus. Auch von der Abstimmung auf dem Kongress der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) am Abend wurde deutliche Zustimmung erwartet. Die HBV- Vorsitzende Margret Mönig-Raane warb auf dem außerordentlichen Bundeskongress für den Zusammenschluss zu Verdi. Am Gelingen dieser Gewerkschaftsfusion werde der Reformwille und die Reformfähigkeit der gesamten deutschen Gewerkschaftsbewegung gemessen.

In dem Beschluss der DPG wurde zugleich der Hauptvorstand beauftragt, eine Auffanglösung vorzubereiten, falls eine der beteiligten fünf Gewerkschaften in vier Monaten die erforderliche Mehrheit für die Fusion nicht erreicht. Am Samstag hatte die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) dem Fusionsprozess zur Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit einer Mehrheit von knapp 99 % der Stimmen ebenfalls zugestimmt. Zu Verdi wollen sich DAG und DPG sowie HBV, die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) und die IG Medien zusammenschließen. Die geplante Großgewerkschaft soll dann mit 3,1 Mill. Mitgliedern die weltweit größte Einzelgewerkschaft werden. Für die Fusion sind im März Mehrheiten von 80 % erforderlich.

Dieses Ziel hatte die ÖTV bei einer Probeabstimmung auf ihrem Kongress in Leipzig verfehlt. Der bisherige ÖTV-Chef Herbert Mai hatte daraufhin auf sein Amt verzichtet. In der Wahl seines Nachfolgers Frank Bsirske liege aber eine neue Chance, sagte der DPG-Vorsitzende Kurt van Haaren am Montag. Die ÖTV habe einen Vorsitzenden verbrannt und werde sich überlegen müssen, ob sie sich das noch einmal leisten könne. Auf dem Weg zu Verdi seien noch schwere Brocken zu heben. Dabei werde es auch Ärger und Verwerfungen geben. Deshalb sei auch die Vorsorge für den Fall eines Scheiterns der Fusion notwendig.

HBV-Chefin Mönig-Raane zeigte sich optimistisch, dass die 308 Delegierten des zweitägigen Gewerkschaftskongresses mit deutlicher Mehrheit für die Verdi-Gründung stimmen würden. Heftige Kritik übte sie am Vorstoß der Grünen zur Änderung des Tarifrechts. Die Pläne, Unternehmen in existenzbedrohenden Krisen eine untertarifliche Bezahlung zu ermöglichen, mache Betriebsräte mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung erpressbar. Sie wandte sich zudem gegen die Rentenreformpläne der Bundesregierung. Die HBV wolle die paritätisch finanzierte Rente beibehalten und fordere weiter die Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung. Bsirske und der DAG-Vorsitzende Roland Issen sind beim HBV-Kongress in Magdeburg zu Gast.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%