Nach einem Artikel des Handelsblatts
Bankgesellschaft schweigt zu Bericht über Rupf

Die Bankgesellschaft Berlin hat am Dienstag zunächst jede Stellungnahme zu einem Bericht über eine eventuelle vorzeitige Ablösung des Konzern-Vorstandchefs Wolfgang Rupf abgelehnt. Unter Berufung auf Aktionärs-Kreise hatte das Handelsblatt berichtet, die Großaktionäre befassten sich intensiv mit einer Nachfolgeregelung, da Rupf nicht mehr das notwendige Vertrauen der Aktionäre genieße.

Reuters BERLIN. Die neue Berliner Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) wollte gegenüber dem Handelsblatt dazu nichts sagen. Bank-Aufsichtsratschef Dieter Feddersen äußerte sich verwundert darüber, dass Rupf vorab in einem Interview neue Konzepte für die in finanzielle Schieflage geratenen Bank vorgestellt hatte.

Mehrheitseigner des Bank-Konzerns ist das Land Berlin mit 56,6 %. Nach dem Regierungswechsel in der Hauptstadt gehören jetzt Krajewski sowie Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) dem Aufsichtsrat der Bank neu an, die einen akuten Finanzbedarf von über zwei Mrd. Euro (gut 3,9 Mrd. DM) hat. Weitere Großaktionäre sind die Norddeutsche Landesbank Girozentrale[NDLG.UL] (NordLB) mit 20 % und die Parion-Versicherungsgruppe mit 7,5 %. Die ursprünglich für vergangenen Sonntag angesetzte Aufsichtsratssitzung war um eine Woche verschoben worden, weil laut Krajewski die notwendigen Unterlagen nicht rechtzeitig vorlagen. Auf der Sitzung soll Rupf ein Konzept zur dauerhaften Sanierung der Bank vorlegen.

Das Handelsblatt berichtete, der ehemalige Chef der BfG-Bank AG und vormalige Vorstandschef der Landesbank Rheinland-Pfalz, Paul Wieandt (65), solle in den Aufsichtsrat der Bankgesellschaft berufen werden und von dort aus für eine Übergangszeit die operative Führung des Bank-Konzerns übernehmen. Die NordLB hat sich zu einer Aufstockung ihres Anteils unter der Bedingung bereit erklärt, dann die operative Führung der Bank zu übernehmen.

Feddersen "not amused"

Krajewski hatte kürzlich erklärt, sie wolle vor Entscheidungen zunächst belastbare Zahlen des Bank-Konzerns haben. Die Bilanz für 2000 wird erst Mitte Juli festgestellt. Rupf hatte zu Wochenbeginn dem "Wall Street Journal" erklärt, die Bankgesellschaft solle mit drei separaten Banken für die Kernbereiche unter dem Dach einer kleinen Holdinggesellschaft neu aufgestellt werden. Teile des so genannten Wholesale-Geschäfts (Kapitalmarkt- und Großkunden) sowie des kommerziellen Immobiliengeschäfts sollten abgegeben werden.

Feddersen sagte der "Berliner Zeitung", bislang habe der Vorstand dem Aufsichtsgremium noch gar keine Beratungsunterlagen zugestellt. Er sei "not amused", wenn er jetzt Auszüge in einer Zeitung lesen müsse und werde mit Rupf ein persönliches Gespräch darüber führen. Grundzüge der geplanten Konzern-Neuausrichtung hatte Rupf bereits im Februar dargelegt. Dabei soll vor allem das Breitengeschäft mit den Berliner Sparkassen, der Berliner Bank und dem Privatbankhaus Weberbank unter dem Dach der Landesbank Berlin (LBB) als eines der drei Kerngeschäftsfelder gebündelt werden.

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