Nach einem Bericht der "Times"
Vodafone droht Milliarden-Klage aus den USA

Handy-Hersteller, Mobilfunknetzbetreiber und Telefongesellschaften müssen sich einem Zeitungsbericht zufolge auf drohende Klagen von Gehirntumorpatienten aus den USA gefasst machen. Noch keine konkreten Klagepläne von US-Anwalt gegen Mobilfunk-Firmen

Reuters LONDON. Mobilfunkunternehmen müssen sich einem Zeitungsbericht zufolge auf drohende Klagen von Gehirntumorpatienten aus den USA gefasst machen. Der kürzlich durch seine Beteiligung an der erfolgreichen Massenklage gegen die US-Tabakindustrie bekannte Rechtsanwalt Peter Angelos wolle in bis zu zehn Fällen Klage gegen Handy-Hersteller, Mobilfunknetzbetreiber und Telefongesellschaften einreichen, berichtete die britische Zeitung "Times" in ihrer Donnerstagausgabe. Zu den beklagten Unternehmen gehöre unter anderem Verizon Wireless, ein Gemeinschaftsunternehmen des britischen Mobilfunk-Konzerns Vodafone und dem US-Telekom-Konzern Verizon Communications, hieß es in dem Bericht weiter. Ein Vodafone-Sprecher sagte, dass sich das Unternehmen gegen derartige Klagen entschieden zur Wehr setzen würde.

Angelos wolle zwei Klagen noch vor März nächsten Jahres, die verbleibenden sieben oder acht innerhalb eines Jahres einreichen, hieß es in dem Bericht weiter. Die Klagen sollten zuerst in den Bundesstaaten Kalifornien, Kentucky und Maryland vor den Richter kommen. Sollte das Verfahren ans Licht bringen, dass die Betreiber über eine Erkrankungs-Gefahr gewußt hätten, seien drakonische Strafen angebracht, hieß es laut Bericht aus der Anwaltskanzlei Angelos.

Wachsende Unsicherheit bei Mobilfunk-Nutzern

Ein Sprecher von Vodafone sagte, eine offizielle britische Studie habe "Mobiltelefonen und Basisstationen eine tadellose Gesundheitsbescheinigung" ausgestellt. Es sei zwar noch kein Fall bekannt, in dem Vodafone direkt anklagt sei, das Unternehmen werde sich aber wenn nötig "sehr heftig" verteidigen. "Die Mobilfunkindustrie ist nicht die Tabakindustrie", fügte er in einem Interview mit dem Radiosender BBC hinzu. Anwalt Angelos hatte kürzlich am Erfolg einer Klage mitgewirkt, bei der die führenden US-Tabakkonzerne zu hohem Schadensersatz verurteilt worden waren, weil sie laut Gericht die Gesundheit von Rauchern geschädigt hatten.

Hintergrund der nun nach dem Bericht drohenden Klagewelle ist die wachsende Unsicherheit bei Mobilfunk-Nutzern, dass durch die Freisetzung der Radarwellen beim Handy-Gespräch Gehirntumore entstehen könnten. Ein Zusammenhang konnte nach einer kürzlich erschienenen medizinischen Studie jedoch wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen werden. Ein gegenteiliger Beweis fehlt den Handy-Betreibern aber ebenfalls.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%