Nach einer guten Woche drückten am Freitag Gewinnmitnahmen die Aktienkurse
Analysten verbreiten Zuversicht

Die Aktienkurse sind zum Wochenschluss wieder gefallen. Technologietitel gaben deutlich nach. Analysten sehen zwar weiteres Aufwärtspotenzial, rechnen aber auch mit gelegentlichen Rückschlägen.

FRANKFURT/M. Langsam schien an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche gute Stimmung einzukehren, doch am Freitag rutschen die Kurse wieder ab: Schwache Technologiewerte und Kursverluste an der Wall Street drückten den Deutschen Aktienindex (Dax) zwei Prozent auf 3 828,26 Punkte. Die Umsätze waren bei einzelnen Titeln allerdings gering.

In New York rutschte der Dow Jones wieder unter die Marke von 9 000 Punkten und schloss zwei Prozent niedriger bei 8872,96 Zählen. Händler begründeten die Schwäche mit Gewinnmitnahmen und erneuten Befürchtungen der Anleger wegen der Geschäftspraktiken amerikanischer Unternehmen sowie mit Sorgen um die Entwicklung der US-Konjunktur.

Auch an den Börsen in London und Paris ging es abwärts. Trotz der Verluste bleiben viele Analysten jedoch verhalten optimistisch - aus fundamentaler wie aus charttechnischer Sicht. So betonen die Wertpapierstrategen der DZ Bank, mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 2003er Basis von 14,5 sei der Dax gegenwärtig günstig bewertet. Im Markt sei immer noch "viel Pessimismus eingepreist", meinen die DZ-Strategen. Sie rechnen auf Sicht von sechs Monaten mit einem Aufschwung bis auf 4 400 Dax-Punkte.

Als positive Argumente für Aktieninvestments führen die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz an, die Dividendentitel seien wegen der niedrigen Renditen bei Staatsanleihen zurzeit attraktiv. Allerdings warnen die Analysten, noch gebe es wenig Hinweise für ein Ende der seit Mitte 2000 anhaltenden globalen Wachstumsflaute. In der Euro-Zone bleibe das Konjunkturmomentum schwach. Insbesondere in Deutschland könnten allerdings Wiederaufbauanstrengungen nach den Flutschäden belebend wirken. Zurzeit sollten aber nur "risikofähige Anleger" bei Aktien zugreifen.

Mit Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss hatten einige fundamentale wie technische Analysten ohnehin gerechnet. Marcel Mußler aus Frankfurt betont, es habe noch kein charttechnisches Verkaufssignal beim Dax gegeben - das sei erst beim Fall unter die Unterstützung bei 3 760 Punkten vorhanden. Und Wieland Staud von der Frankfurter Staud Research GmbH ist überzeugt, in der nächsten Woche werde sich der Dax in der Spanne von 3 900 bis zu 4 100 Punkten halten.

Zu den größten Verlierern am Freitag zählten Technologie- und Telekomaktien. So gab die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Minus von 3,85 Prozent auf 11,25 Euro nach. Analysten von Goldman Sachs hatten in einer Studie die Verlustprognose für den Konzern für das laufende und das kommende Geschäftsjahr erhöht.

Infineon fielen um 5,86 Prozent auf 12,70 Euro. Händler verwiesen auf eine Gewinnwarnung der Infineon-Beteiligung Promos Technologies. Auch die Anteilsscheine des Software-Konzerns SAP sowie von Siemens zählten zu den Verlieren. Epcos büßten 3,10 Prozent auf 16,57 Euro ein. Linde-Aktien rutschten einen Tag nach der Vorlage enttäuschender Zahlen um weitere 3,63 Prozent auf 42,45 Euro ab. Zu den wenigen Dax-Gewinnern zählte die zuvor arg gebeutelte Commerzbank-Aktie. Am Neuen Markt fielen Mobilcom um 5,47 Prozent auf 6,22 Euro. Zuvor hatten Übernahmegerüchte das Papier des Telekom-Anbieters um mehr als 30 Prozent in die Höhe getrieben.

Zu den größten Tagesverlierern an der Wall Street gehörten Chip-Aktien. Zuvor hatte die US-Investmentbank Bear Stearns ihr Anlageurteil für den Marktführer Intel heruntergestuft. AOL Time Warner sanken um 9,3 Prozent. Vor Handelsbeginn wurde bekannt, dass die Börsenaufsicht SEC ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dubiosen Bilanzpraktiken ausweiten werde. Citigroup verloren auf Grund eines Bericht des "Wall Street Journal". Danach habe Vorstandschef Sandy Weill möglicherweise Einfluss auf den Analysten Jack Grubman genommen, um diesen zu einer Kaufempfehlung für die Telekomaktie AT&T zu veranlassen.

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