Nach eingeräumter Zahlungsunfähigkeit
Aktienkurs von Cargolifter bricht ein

Nach der eingeräumten Zahlungsunfähigkeit bricht der Aktienkurs des brandenburgischen Luftschiffbauers Cargolifter AG ein. Die im MDax notierten Papiere waren unmittelbar nach Handelsbeginn an der Frankfurter Börse um rund 36 Prozent abgestürzt, konnten sich im weiteren Handelsverlauf allerdings ein wenig erholen.

Reuters BERLIN. Das Unternehmen ist weiter auf der Suche nach finanzieller Unterstützung, ein Insolvenzantrag wurde bislang nicht gestellt. Entgegen Aussagen von Cargolifter führt das Bundeswirtschaftsministerium nach eigenen Angaben derzeit keine Verhandlungen mit dem Unternehmen.

Die im MDax notierten Papiere waren unmittelbar nach Handelsbeginn an der Frankfurter Börse um rund 36 Prozent auf 0,65 ? abgestürzt, konnten sich im weiteren Handelsverlauf allerdings ein wenig erholen und notierten am Nachmittag bei 0,80 ? mit 21 Prozent im Minus. Nach der Mitteilung über die Zahlungsunfähigkeit am Dienstag waren die Aktien bis Börsenschluss vom Handel ausgesetzt worden. Beim Börsengang vor rund zwei Jahren hatte der Ausgabekurs 15 ? betragen. Das Unternehmen hatte am Vorabend eingeräumt, nicht mehr alle fälligen Zahlungen leisten zu können. Es sei nicht gelungen, in Verhandlungen mit der Bundesregierung, dem Land Brandenburg und den Investoren weitere Finanzmittel zur Bereinigung der aktuellen Liquiditätskrise zu erhalten.

Bislang kein Insolvenzantrag eingegangen

Eine Sprecherin des Unternehmens wollte sich am Mittwoch weiterhin nicht dazu äußern, ob Cargolifter einen Insolvenzantrag stellen werde oder nicht. Es sei zu früh eine Prognose zu stellen. Die Gespräche mit dem Land, dem Bund und den Investoren dauerten an. Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht. Bis zum frühen Nachmittag war nach Angaben des zuständigen Insolvenzgerichts in Berlin noch kein Insolvenzantrag des Unternehmens eingegangen. Die Cargolifter-Sprecherin hatte darauf verwiesen, dass es für einen solchen Schritt nach den gesetzlichen Fristen noch drei Wochen Zeit gebe.

Bund führt derzeit keine Verhandlungen

Das Bundeswirtschaftsministerium sei schon vor Wochen zu der Auffassung gekommen, dass Cargolifter nicht förderungsfähig sei. "Daran hat sich nichts geändert", sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin. Die technischen, ökonomischen und wirtschaftlichen Voraussetzung für eine Förderung des Projektes seien nicht gegeben. Dies sei aber die Grundvoraussetzung dafür, dass Gelder fließen könnten. Es sei Aufgabe des Unternehmens, seine Wirtschaftlichkeit sicher zu stellen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) sagte jedoch, das Land bleibe mit dem Unternehmen im Gespräch. "Wir werden uns weiter für die Technologie und den Standort in Brand einsetzen." Der Landkreis Dahme-Spreewald will dort ein Technologiezentrum gründen.

Monatliche Kosten bei 3,5 Millionen ?

Cargolifter-Chef Carl von Gablenz hatte die monatlichen Personalkosten vor kurzem mit 2,5 Mill. ? beziffert. Hinzu komme rund eine weitere Million ? für laufende Kosten. Wegen akuter Finanzierungsprobleme hatte Cargolifter Mitte Mai den Bau des großen Luftschiffes CL 160 vorerst auf Eis gelegt und will sich künftig auf den kleineren Transportballon CL 75 konzentrieren, der schwere Lasten heben und punktgenau absetzen kann. Durch die Umstrukturierung benötigt das Unternehmen bis Ende August deshalb nur noch bis zu 70 Mill. ? statt 420 Mill. ? bis zur ursprünglich geplanten Serienreife des CL 160 im Jahre 2005/06.

Banken wollen Bürgschaft nicht mitfinanzieren

Cargolifter konnte eine von der öffentlichen Hand in Aussicht gestellte Bürgschaft von zuletzt rund 35 Mill. ? bisher nicht abrufen, da es bislang keine Bank zur Mitfinanzierung fand. Während Bund und Land für rund 80 Prozent eines Kredites bürgten, müssten die Banken für ein Restrisiko von 20 Prozent aufkommen. Dazu waren die Kreditinstitute bisher aber nicht bereit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%