Nach elf Tagen Krieg: Lage der irakischen Bevölkerung ernst

Nach elf Tagen Krieg
Lage der irakischen Bevölkerung ernst

Fast zwei Wochen nach Beginn der Kriegshandlungen im Irak sind die internationalen Hilfsorganisationen zunehmend über die Lage der Bevölkerung besorgt. Die Lage sei zum Teil sehr unübersichtlich. In vielen Fällen sei es schwierig, die Versorgung der Städte zu gewährleisten.

HB/dpa BAGDAD/LONDON. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Bagdad haben die US-Luftangriffe der vergangenen Tage das irakische Telekommunikationssystem weitgehend zerstört, wodurch auch die Arbeit der Hilfsorganisationen weiter erschwert wurde. Laut IKRK sind seit Kriegsbeginn täglich rund 100 Zivilisten in der Hauptstadt verletzt worden. Die irakische Seite beziffert die Gesamtzahl der getöteten Zivilisten auf mehr als 350 und der Verletzten auf rund 3650.

Außer in Basra im Südirak gibt es den Angaben der Hilfsorganisationen zufolge auch ernsthafte Strom- und Wasserprobleme in anderen bevölkerungsreichen Städten. Im Westen der irakischen Hauptstadt sei die Stromversorgung seit Donnerstagnacht unterbrochen. Ingenieure versuchten, mit Generatoren wenigsten sechs Stunden am Tag Wasseraufbereitungsanlagen in Betrieb zu halten.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat in einem Appell an die internationale Gemeinschaft um 1,3 Mrd. Dollar (1,2 Mrd. ?) für die Not leidende Bevölkerung im Irak gebeten. Das auf eine Dauer von sechs Monaten angelegte Projekt sei die "größte Herausforderung in der Geschichte" der Hilfsorganisation, sagte WFP-Direktor James Morris am Montag in London.

Mit dem Geld will das WFP nach den Angaben ein System zur Verteilung von Nahrungsmitteln für die gesamte irakische Bevölkerung aufbauen, mehr als 27 Mill. Menschen. "Wir haben bereits damit begonnen, eine Lebensader für das irakische Volk aufzubauen", sagte Morris. "Wir haben keine Zeit zu verlieren." Mehr als 22 % der Kinder im Süden und Zentrum des Iraks litten unter chronischer Fehlernährung, hieß es. Während der gesamten Operation sollen 1,6 Mill. Tonnen an Nahrungsmitteln geliefert werden.

Die befürchteten Flüchtlingsströme aus dem Irak in die Nachbarländer sind bisher ausblieben. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bereitet sich jedoch auf die Versorgung von bis zu 600 000 Menschen vor, die den Irak in den kommenden Wochen verlassen könnten. Jordanien gilt neben Iran als bevorzugtes Ziel von Flüchtlingen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Humedia mit Sitz im schwäbischen Kaufbeuren sind Zehntausende Menschen im Nordirak aus Angst vor Giftgasangriffen der Regierungstruppen in die Berge geflüchtet.

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