Nach erbittertem Rosenkrieg
Giulianis Scheidung besiegelt

New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudy Giuliani und seine Frau Donna Hanover haben ihre Scheidung außergerichtlich besiegelt. Giuliani muss eine einmalige Summe von 6,8 Millionen Dollar (6,87 Millionen Euro) zahlen und für alle Anwalts- und Gerichtskosten aufkommen

HB NEW YORK. Nach einem erbitterten, auch öffentlich ausgetragenen Rosenkrieg einigten sich beide am Mittwochabend nur wenige Stunden vor dem drohenden Prozessbeginn. Nachdem erste Details des Abkommens aus dem Kreis der Anwälte durchsickerten, erklärten Rundfunksender die Fernsehjournalistin und Schauspielerin Hanover zur "klaren Gewinnerin". Sie habe das Sorgerecht und die Entscheidungsgewalt für die beiden gemeinsamen Kinder, Andrew (16) und Caroline (12), zugesprochen bekommen. Außerdem müsse ihr Giuliani eine einmalige Summe von 6,8 Millionen Dollar (6,87 Millionen Euro) zahlen und für alle Anwalts- und Gerichtskosten aufkommen, sagte Hanovers Rechtsanwältin Helene Brezinsky.

Als Unterhaltungszahlung für die Kinder hatte das Gericht bereits vor Wochen einen monatlichen Satz von 20 000 Dollar angeordnet. Das ist nur ein Viertel dessen, was Hanover verlangt hatte. Unter den von ihr aufgeführten Kosten waren mehr als 1000 Dollar pro Monat für den Familienhund der Giulianis.

Giuliani (58) beantragte die Scheidung von Hanover (52) im Oktober 2000. Kurz zuvor war bei ihm Prostatakrebs diagnostiziert worden. Als Grund für sein Scheidungsgesuch gab er die grausame und unmenschliche Behandlung durch seine Frau an. Bald darauf zog er aus "Gracie Mansion", der Villa für New Yorks Bürgermeister aus, und lebt seit geraumer Zeit mit seiner Geliebten Judith Nathan zusammen. Hanover bezichtigte Giuliani in ihren Scheidungspapieren als "notorischen Fremdgänger".

Der frühere Staatsanwalt Giuliani schuf sich als Bürgermeister den Ruf eines "Scharfmachers", der New York wieder sicher und für Touristen attraktiv machte. Allerdings kam es unter ihm mehrfach zu brutalen Ausschreitungen der Polizei gegen schwarze Bürger. Als Krisenmanager nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September erntete Giuliani weltweit Anerkennung und wurde vom Nachrichtenmagazin "Time" als Mann des Jahres (2001) gewürdigt.

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