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Nach Erdbeben Ausbruch am Mount St. Helens befürchtet

Ein Erdbeben der Stärke sechs hat am Dienstag weite Teile Kaliforniens erschüttert, Verletzte gab es in der dünn besiedelten Region jedoch nicht. Gleichzeitig registrierten Seismologen eine ungewöhnlichen Serie kleiner Beben nahe dem Vulkan Mount St. Helens im US-Staat Washington. US-Forscher halten einen Vulkanausbruch für möglich.

dpa SEATTLE/SAN FRANCISCO. Ein Erdbeben der Stärke sechs hat am Dienstag weite Teile Kaliforniens erschüttert, Verletzte gab es in der dünn besiedelten Region jedoch nicht. Gleichzeitig registrierten Seismologen eine ungewöhnlichen Serie kleiner Beben nahe dem Vulkan Mount St. Helens im US-Staat Washington. US-Forscher halten einen Vulkanausbruch für möglich.

Jochen Zschau vom Geoforschungszentrum Potsdam sieht jedoch keinen Zusammenhang zu dem stärkeren Erdbeben entlang der San-Andreas-Verwerfung in Mittelkaliforien. "Die Entfernung ist zu groß."

Das Epizentrum des Bebens in Kalifornien lag auf halber Strecke zwischen San Francisco und Los Angeles nahe der Ortschaft Parkfield. Nach US-Medienberichten entstanden keine größeren Schäden. Der schweren Erschütterung folgten mehr als 200 Nachbeben, teilweise der Stärke 5. Die Seismologen, die das Gebiet um Parkfield mit Sensoren und Tiefbohrungen erkunden, rechnen in den nächsten zehn Tagen mit weiteren Erschütterungen. Etwa alle 22 Jahre wird die Region von stärkeren Erdbeben heimgesucht.

Auch das Areal um den Vulkan Mount St. Helens wird seit Tagen aus der Luft und durch Messgeräte am Boden überwacht, wie der US-Sender CNN berichtete. Die Parkverwaltung sperrte vorsichtshalber einige Wanderwege am Rande des Kraters. Die Seismologen vom US Geological Survey warnen vor der Möglichkeit eines "gefährlichen Ereignisses", etwa dem Austritt von Dampf, Gasen, Gestein und Lava. Auch nach Einschätzung des Potsdamer Experten Zschau könnte die ungewöhnliche Erdbebenserie am Vulkan, so genannte Schwarmbeben, Vorboten eines Ausbruchs sein. Der verheerende Mount St. Helens-Ausbruch, bei dem 57 Menschen ums Leben kamen und knapp 200 Häuser zerstört wurden, liegt mehr als 24 Jahre zurück.

Im Nachbarstädtchen von Parkfield, in Paso Robles in Kalifornien, waren im Dezember 2003 bei einem Beben der Stärke 6,5 zwei Menschen durch einstürzende Mauern ums Leben gekommen. Zahlreiche historische Gebäude im Stadtkern wurden zerstört. Es war das erste tödliche Beben in Kalifornien seit 1994, als eine Erschütterung der Stärke 6,7 im Northridge-Stadtteil von Los Angeles 57 Menschenleben gefordert und schwere Schäden angerichtet hatte.

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