Nach EU-Daten
Euro-Kurs unentschlossen

Der Euro hat am Dienstag nach Händlerangaben in Reaktion auf erneut gesunkenes Industrie- und Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone auf ein vorläufiges Tagstief bei 0,8455 Euro nachgegeben. Allerdings fing sich die Gemeinschaftswährung im weiteren Handelsverlauf wieder. Der Stimmungsindex in der Euro-Zone sei im Juni auf 101,1 (Mai 101,8) Punkte gesunken, teilte die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mit.

Reuters FRANKFURT. Am Markt herrsche zudem weiter Unsicherheit darüber, ob die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Ratssitzung die Leitzinsen in der Euro-Zone senken werde, sagten Devisenhändler. Mehr Aufschluss über die Zinspolitik der Zentralbank erhofften sich die Marktteilnehmer von Auftritten von EZB Präsident Wim Duisenberg und seinem Stellvertreter Christian Noyer am Nachmittag.

Gegen 13.15 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,8473/76 $ nach 0,8467/72 $ zu Handelsschluss in New York. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Euro mit 0,8463 nach 0,8469 $ am Montag ermittelt. Ein Dollar kostete damit 2,3110 (2,3094) DM. Zum Yen notierte der Euro mit 105,07/18 Yen. Die US-Valuta notierte zum Yen mit 124,04/09 nach einen Schlusskurs in New York bei 124,30/40 Yen.

Der Rückgang beim Vertrauen von Industrie und Verbrauchern in der Euro-Zone auf 101,1 Punkte hat Händlern zufolge dem Euro einen leichten Dämpfer verpasst. Analysten hatten im Schnitt mit einem schwächeren Rückgang auf nur 101,3 Punkte gerechnet. "Das sind keine gute Nachrichten, sie weisen darauf hin, dass die weitere Abschwächung der Weltkonjunktur sich auf die Euro-Zone auswirkt", sagte Jeremy Hawkins, Volkswirt bei der Bank of America in London.

Arbeitslosenquote beeindruckt nicht

Die unveränderte Arbeitslosenrate in der Euro-Zone ließ den Euro Händlern zufolge hingegen unbeindruckt. Wie von Analysten erwartet, verharrte die Arbeitslosenquote in den zwölf Euro-Ländern mit 8,3 % auf dem Niveau des Vormonats.

Am Markt blicke man mit Spannung auf die EZB-Ratssitzung am Donnerstag. Sollte die EZB den Schlüsselzins in der Euro-Zone nicht senken und weiter bei 4,50 % belassen, erwarten die Händler weitere Kursverluste des Euro. Mögliche Hinweise hinsichtlich den Zinsentscheid erwarte man sich von den Reden führender EZB-Mitglieder am Nachmittag. EZB-Vizepräsident Christian Noyer spricht ab 14.00 Uhr MESZ in Luxemburg und EZB-Präsident Wim Duisenberg wird ab 15.00 Uhr MESZ den EZB-Jahresbericht vor dem Europäischen Parlament in Straßburg präsentieren. Von Reuters befragte Analysten sind geteilter Meinung über den Zinssentscheid. Von 52 in der vergangenen Woche befragten Volkswirten sagten 24 unveränderte Leitzinsen voraus, 22 Analysten rechnen mit einer Zinssenkung. Die übrigen sechs sagten, die Chancen für eine Zinsänderung stünden 50 zu 50.

Der Yen hat Händlern zufolge am Dienstag auf Äußerungen des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi, die Regierung wolle den Yen nicht bewusst schwächen, mit Kursgewinnen zum Dollar reagiert. "Wir haben überhaupt keine Intention, den Yen bewusst zu schwächen", sagte Koizumi in einem Interview mit der "Financial Times". Mit seiner ersten substanziellen Äußerung zur Währungspolitik habe Koizumi die Märkte überrascht, sagten Händler. "Das war direkt genug, damit selbst die Scheuklappen tragenden Baisse-Spekulanten es verstehen", sagte ein Händler. Über die konkreten Maßnahmen, mit denen die japanische Regierung einem weiteres Abrutschen der Konjunktur entgegenwirken will, herrscht aber noch immer Unklarheit.

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