Nach Fed-Warnung
Sorgen um Konjunktur drücken US-Börsen

An den New Yorker Aktienmärkten haben Sorgen um den Ausblick für die US-Konjunktur am Dienstag zu deutlichen Kursverlusten geführt. Händler sagten, die Anleger seien angesichts der Kommentare der US-Notenbank (Fed) verunsichert.

Reuters NEW YORK. Die Fed hatte zuvor erwartungsgemäß die Leitzinsen unverändert auf dem niedrigsten Stand seit gut 40 Jahren gelassen, aber zugleich vor den Gefahren einer weiteren Konjunkturabschwächung in den USA gewarnt.

Der Dow-Jones-Index verlor bis Handelsschluss 2,38 % auf 8482,39 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index 2,87 % auf 1269,27 Zähler und der breiter gefasste S&P-500-Index 2,17 % auf 884,21 Punkte.

Einige Marktteilnehmer hätten offenbar eine Zinssenkung erhofft, sagten Börsianer. Zudem sei aber auch der schwache Konjunkturausblick belastend. "Die Leute sorgen sich um die kommenden Quartale und verlagern einige Gelder zurück in den Rentenmarkt", sagte Matthew Ruane, Leiter Aktienhandel bei Gerard Klauer Mattison. "Die Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung ist das Hauptthema."

Für die "überschaubare Zukunft" gebe es das Risiko einer weiteren wirtschaftlichen Abschwächung, teilte die Fed weiter mit. Dabei verwies sie auf die erhöhte Unsicherheit im Zuge der jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten und der Ungereimtheiten bei den Konzernbilanzierungen. Analysten sehen in der Warnung der Fed ein Signal für eine mögliche Zinssenkung im Jahresverlauf.

"Das hatte der Markt erwartet, keine Zinsänderung und eine Stellungnahme, die zeigt, dass es eine Konjunkturschwäche gibt, die durch die Schwäche an den Finanzmärkten verlängert wird", sagte Peter Cardillo, Chefstratege bei Global Partners Securities. Für den Markt seien das "durchwachsene Nachrichten".

Die im Dow-Jones-Index gelisteten Aktien des Chipkonzerns Intel drehten ach kräftigen Gewinnen im frühen Geschäft im Verlauf mit dem Gesamtmarkt ins Minus und schlossen 4,73 % schwächer auf 16,70 $. Intel hatte angekündigt, seine Prozessor-Produktion auf einen Prozess mit 90 Nanometer umzustellen. Damit sollten Chips mit geringerem Energieverbrauch und höherer Rechenleistung möglich werden.

Auch andere Chipwerte, die zunächst von Nachrichten über eine neue Chip-Produktionsmethode bei Intel profitiert hatten, rutschten im Sitzungsverlauf ins Minus. Die Titel des Chip-Fabrikausrüsters Applied Materials schlossen 0,8 % tiefer auf 13,46 $.

Die Titel der weltgrößten Einzelhandelskette Wal-Mart legten gegen den Trend rund 0,6 % auf 48,71 $ zu. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal sei der Gewinn um mehr als 25 % gesteigert worden. Dies übertraf die Markterwartungen leicht. Auch der Unternehmensausblick für das laufende dritte Quartal war besser als von Analysten erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 079 Werte legten zu, 2 170 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,60 Mrd. Aktien 1094 im Plus, 2 275 im Minus und keiner unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1-3/32 auf 102-13/32. Sie rentierten mit 4,08 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-16/32 auf 106-03/32 und hatten eine Rendite von 4,97 %.

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