Nach Finanzskandal
Allied Irish Bank von Übernahme bedroht

In Irland könnte sich die bislang größte Übernahme in der Finanzdienstleistungsbranche anbahnen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Allied Irish Banks plc (AIB), Dublin, und die Royal Bank of Scotland plc (RBS), Edinburgh.

vwd DUBLIN. Einem Bericht der Wochenendausgabe von "The Business" zufolge prüft die RBS mehrere Optionen, die entweder eine komplette Übernahme der AIB oder nur den Kauf der US-Tochter Allfirst vorsehen. Der Übernahmepreis soll bei 14,50 Euro je AIB-Aktie liegen.

Die Spekulationen über eine mögliche Übernahme der AIB, die derzeit mit dem Finanzskandal ihrer US-Tochter vollauf beschäftigt ist, führten am Montag zu einer Rally der AIB-Aktie auf zeitweise 13,40 Euro. Der Schlusskurs lag bei 13,00 Euro, ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Freitag. RBS wollte sich in den vergangenen Tagen nicht dazu äußern. Ein Sprecher erklärte jedoch, dies sei nur die jüngste Spekulation einer langen Reihe von Gerüchten.

EU könnte Zusammenschluss untersagen

Von einer Akquisition würde vor allem die RBS profitieren, schreibt der "Irish Independent" in seiner Dienstagausgabe. RBS ist in Irland durch die Ulster Bank vertreten. Ein Zusammenschluss der beiden Institute würde den Marktanteil des Konzerns in Irland auf über 40 Prozent steigern. Ab einer solchen Quote steigt jedoch die Möglichkeit, dass die Europäische Union eine solche Transaktion wegen Wettbewerbsbefürchtungen untersagt. Eine mögliche Antwort von RBS könnte der Verkauf der Ulster Bank sein, die das Finanzinstitut im Zuge der Akquisition von NatWest mit übernommen hatte.

An der Ulster Bank zeige sich schon seit längerem die Irish life & Permanent (IL&P) interessiert, heißt es beim "Independent" weiter. Interessieren dürften die RBS bei einer Übernahme vor allem die erreichbaren Synergien. Kosten könnten außer bei den Muttergesellschaften auch bei den US-Töchtern Citizens Financial (RBS) und Allfirst gespart werden.

Hohes Kosteneinsparungspotenzial

Ein Marktbeobachter bezifferte dem Bericht zufolge das Kosteneinsparungspotenzial der fusionierten Bankgruppe mit 30 Prozent. Der "Independent" schreibt weiter, dass diese Aussichten jedoch zu einem höheren Preis für AIB führen könnten. Die Zeitung hält einen Aufschlag auf den derzeitigen AIB-Kurs von 30 Prozent für möglich. Dies würde ein Preis von 16,90 Euro je Aktie bedeuten.

RBS ist jedoch dem Bericht zufolge vor allem an der Allfirst interessiert. Es gebe daher keinen Grund, warum RBS nicht allein ein Angebot für die US-Tochter der AIB abgeben sollte. AIB steht unter Druck, nachdem ein bei Allfirst angestellter Händler das Unternehmen durch nicht genehmigte Währungsgeschäfte um bis zu 691 Mill. $ betrogen hatte. Eine weitere Möglichkeit ist dem "Independent" zufolge ein Joint Venture AIB-RBS, in dem AIB jedoch laut Beobachtern höchstens einen Anteil von 30 Prozent erhalten dürfte.

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