Nach Frankreich nun England im Visier
„Danish Dynamite“ soll zünden

"Danish Dynamite" soll weiter zünden: Unter der Regie des Trainer-Duos Morten Olsen und Michael Laudrup ist Dänemark vom Versager der Europameisterschaft 2000 bei der Weltmeisterschaft zum Favoritenschreck mutiert.

dpa NIIGATA/JAPAN. Nachdem die "Olsen-Bande" im letzten Vorrundenspiel bereits Weltmeister Frankreich aus dem Turnier geworfen hat, soll im Achtelfinale am Samstag (13.30 Uhr MESZ/Premiere) nun auch Peles "Geheimtipp" England ausgeschaltet werden. Im Stadion "Big Swan" (Großer Schwan) von Niigata kommt es zum Showdown der beiden inzwischen gefährlichen Außenseiter.

Englands Coach Sven-Göran Eriksson rechnet mit einem höchst attraktiven "K.o.-Spiel". "Das wird ein schnelles Spiel mit vielen Torchancen. Wenn wir es überleben, sind wir auch fit für die nächste Runde", sagte Eriksson am Freitagabend nach dem Abschlusstraining und schickte gleich eine Warnung hinterher: "Dänemark spielt sehr guten Fußball und hat exzellente Spieler."

Olsen sieht England als "große Fußball-Nation" in der Favoritenrolle, "aber man hat gesehen, was bei dieser WM alles möglich ist". Der Ex-Kölner will den Erfolg von 1998 wiederholen, als die Dänen erst im Viertelfinale mit 2:3 am späteren Finalisten Brasilien scheiterten. Auch diesmal wären die Südamerikaner ein möglicher Kontrahent in der Runde der letzten Acht. Thomas Sörensen, als Nachfolger der Torwart-Legende Peter Schmeichel einer der stärksten Keeper der WM, ist voller Hoffnung: "Der erste Druck ist weg. Jetzt wollen wir mehr."

Die Bilanz gegen England sieht allerdings nicht rosig aus: Von 19 Begegnungen gewann Dänemark vier, elf Mal siegte England, vier Mal gab es ein Remis. Aber: Das 0:0 vor fast exakt zehn Jahren war der erste Schritt der aus dem Urlaub zusammen getrommelten Spaßtruppe auf dem Weg zum sensationellen EM-Triumph. Englands letzter Sieg über die Dänen in einem Wettbewerbspiel liegt jedoch schon 23 Jahre zurück. Trotz der Nullnummer gegen Nigeria strotzen die Briten, die mit Eriksson noch kein wichtiges Spiel verloren, vor Selbstbewusstsein. "Die Favoriten sind raus. Wir haben es selbst in der Hand", sagte Kapitän David Beckham. Sol Campbell, der wie Teddy Sheringham und Gareth Southgate vor seinem 50. Länderspiel steht, hat den Countdown eingeleitet: "Es sind nur noch vier Spiele."

Eriksson ist froh, gegen das "vertraute Dänemark" und nicht am Sonntagnachmittag in der Hitze von Oita gegen Senegal zu spielen. Denn sechs Dänen spielen in der englischen Premier League. Darunter Sunderland-Torwart Sörensen, gegen den Michael Owen seine Ladehemmung ablegen will. In den letzten drei Jahren hat Owen für Liverpool stets gegen Sörensen getroffen - bei der WM bisher nicht. Der Jungstar will sich nicht unter Druck setzen: "Wenn ich nicht treffe, macht das nichts. Ich habe auch so Anteil an unserem Erfolg."

Ob es zum Vergleich mit Dänemarks "shooting star" Jon Dahl Tomasson kommt, ist noch unklar. Der Einsatz des viermaligen WM- Torschützen ist wegen einer Leistenverletzung ebenso fraglich wie der der von Stig Töfting (Fußprobleme). Beide hielten sich im Abschlusstraining sichtlich zurück. Bei England fehlt erneut der Münchner Owen Hargreaves wegen seiner im Argentinien-Spiel erlittenen Prellung am Schien- und Wadenbein. Weil die Engländer bei den WM- Turnieren 1990 (Deutschland) und 1998 (Argentinien) im Elfmeterschießen scheiterten, ließ Eriksson vorsorglich Strafstöße üben.

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