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Nach Friedensabkommen Ende der Kämpfe in Nadschaf

Nach drei Wochen andauernden Kämpfen ist in der irakischen Pilgerstadt Nadschaf am Freitag der blutige Konflikt, der Hunderte von Menschenleben gekostet hat, zu Ende gegangen. Auf Befehl ihres Anführers räumten schiitische Milizionäre am Morgen die Imam-Ali-Moschee, in der sie sich verschanzt hatten.

dpa NADSCHAF. Nach drei Wochen andauernden Kämpfen ist in der irakischen Pilgerstadt Nadschaf am Freitag der blutige Konflikt, der Hunderte von Menschenleben gekostet hat, zu Ende gegangen. Auf Befehl ihres Anführers räumten schiitische Milizionäre am Morgen die Imam-Ali-Moschee, in der sie sich verschanzt hatten.

Zusammen mit Zehntausenden von Pilgern, die nach einem Sternmarsch aus dem ganzen Land in der Nacht in die Moschee geströmt waren, verließen die Kämpfer der "Mahdi-Armee" den heiligen Bezirk. Eine vollständige Entwaffnung der Kämpfer fand nicht statt. Auch die US-Armee zog sich aus der Innenstadt zurück.

Schiitenführer Großajatollah Ali el Sistani, der zu dem Marsch aufgerufen hatte, war es in der Nacht gelungen, ein Friedensabkommen mit dem Anführer des Aufstandes, dem Prediger Muktada el Sadr, auszuhandeln. Die irakische Übergangsregierung billigte die Vereinbarung. Die US-Regierung begrüßte das Abkommen, das einen Abzug der amerikanischen Soldaten aus der Region vorsieht. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte in Beirut, er hoffe, dass nun eine friedlichere Entwicklung im Irak eingeleitet werde.

In dem Abkommen werden Nadschaf und das benachbarte Kufa zu waffenfreien Zonen erklärt. Dort soll die Polizei die Kontrolle übernehmen. Die Bürger von Nadschaf sollen von der Regierung eine Entschädigung für Zerstörungen während der Kämpfe erhalten.

Die Anhänger el Sadrs hätten die Schlüssel zum heiligen Schrein des Imam Ali den Religionsgelehrten um El Sistani am Freitagmittag übergeben, berichtete der arabische Nachrichtensender El Arabija. In der Moschee blieben mehrere Leichen und Schwerverletzte zurück. Nach dem Rückzug der Kämpfer und der US-Armee bot sich in der Innenstadt ein Bild der Verwüstung. Von einigen Häusern standen nur noch Betonpfeiler.

US-Präsident George W. Bush räumte unterdessen erstmals ein, bei der Invasion im Irak die Lage in dem Land falsch beurteilt zu haben. In einem Interview mit der Tageszeitung "The New York Times" sprach Bush von einer "Fehleinschätzung" der Nachkriegsbedingungen.

In Rom löste die Ermordung des 56-jährigen italienischen Journalisten Enzo Baldoni durch Extremisten im Irak Bestürzung und Empörung aus. Baldonis Entführer hatten den Abzug italienischer Soldaten aus dem Irak gefordert. Dem arabischen TV-Sender El Dschasira war ein Video zugespielt worden, auf dem der Mord zu sehen war. Damit ist die Zahl der seit dem 22. März 2003 im Irak getöteten Journalisten nach Angaben des International News Savety Instituts (Insi) auf mehr als 50 gestiegen.

Eine kuwaitische Transportfirma erklärte am Freitag, um das Leben von sieben ihrer im Irak entführten Lastwagenfahrer zu retten, wolle sie auf die Forderung der Kidnapper eingehen und ihre Arbeit im Nachbarland einstellen. In der Gewalt der Extremistengruppe "Geheime Islamische Armee/Schwarzes Banner" befinden sich drei Inder, drei Kenianer und ein Ägypter.

Bei einem Autobombenanschlag auf einen US-Militärkonvoi in der nordirakischen Stadt Mossul wurden nach amerikanischen Armeeangaben ein Soldat und zehn Iraker verletzt. In Bagdad soll in der Nacht laut El Arabija ein Iraker getötet worden sein, als eine US-Patrouille das Feuer eröffnete, nachdem sie von Aufständischen angegriffen worden war.

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