Nach Fusion mit der Dyckerhoff & Widmann AG (Dywidag)
Walter Bau will tausend Stellen abbauen

Durch den Zusammenschluss der der Walter Bau-AG mit der Dyckerhoff & Widmann AG (Dywidag) und den Abbau von tausend Arbeitsplätzen will der Augsburger Bauunternehmer auf die Erfolgsspur zurückkehren. "Damit machen wir einen großen Schritt zur Rückkehr zum Ertrag", sagte der Konzernchef der Augsburger Obergesellschaft Walter Holding AG, Ignaz Walter, am Mittwoch in München.

Reuters MÜNCHEN. Die erhofften Einsparungen bezifferte Walter auf 145 bis 150 Mill. DM im Jahr, kosten soll die Verschmelzung einmalig 40 bis 45 Mill. DM. Walter Bau werde mit einer konsolidierten Bauleistung von rund zwölf Mrd. DM das zweitgrößte deutsche Bauunternehmen nach der Hochtief AG sein.

Die Walter-Bau-Gruppe hatte am Dienstag die geplante Fusion angekündigt. Diesen Planungen zufolge soll die 1865 gegründete Münchener Dywidag auf die Augsburger Walter Bau-AG verschmolzen werden. Vorbild dafür ist die Heilit + Woerner AG, die bereits zum 1. Januar 2000 mit Walter Bau fusioniert worden war. Ignaz Walter, der im Frühjahr eine Fusion mit Dywidag noch kategorisch abgelehnt hatte, begründete den Schritt mit der Lage am Bau in Deutschland, die sich in den vergangenen Monaten noch verschärft habe. Diese Marktverhältnisse und der Zwang zur Fusion seien damals nicht absehbar gewesen.

Wolff soll neuer Walter Bau-Chef werden

Neuer Chef von Walter Bau soll Mitte 2001 der Vorstandschef von Dywidag, Hans-Joachim Wolff (61), werden. Der 60 Jahre alte Walter Bau-Chef Ralf Porzig gehe auf eigenen Wunsch gleichzeitig in den Ruhestand, sagte Ignaz Walter. Wolff sagte, es habe sich gezeigt, dass die seit Jahresbeginn betriebene Umstrukturierung seines Unternehmens angesichts der Krise in der Branche nicht ausreiche.

Ignaz Walter sagte, durch die Fusion könnten bis zu 150 Mill. DM im Jahr eingespart werden, 80 bis 90 Mill. DM davon durch den Wegfall von tausend der zusammen 25 700 Stellen. Der Arbeitsplatzabbau, der vor allem im Inland stattfinde, werde nicht nur die Verwaltung betreffen, sondern Auswirkungen bis in die einzelnen Baustellen haben, sagte Walter. In Deutschland beschäftigte Walter Bau zuletzt 9600 Mitarbeiter, bei Dywidag waren es 6800.

Neustrukturierung in vier große Sparten

Mit der Fusion einher gehen werde eine Neustrukturierung des Konzerns in vier große Sparten, sagte Ignaz Walter. Der Konzern werde künftig keine verlustreichen Baustellen mehr unterhalten, die den Ergebnisbeitrag aller anderen Arbeitsgebiete zerstörten. "Das werden wir abschaffen", sagte der Konzernchef, der Chef des Aufsichtsrats beider Schwesterunternehmen ist. Größere Einheiten in den Bereichen und Niederlassungen ermöglichten eine größere Effizienz und eine Bündelung des Fachwissens. Die Bauwirtschaft werde nicht untergehen, durchschreite aber ein tiefes Tal, sagte Walter weiter.

Eine Eingliederung der Stuttgarter Ed. Züblin AG, an der die Walter Holding 54 % hält, in den neuen Konzern sei nicht geplant, hieß es. Das Unternehmen sei allein sehr erfolgreich. Im Juni 2001 sollen die Hauptversammlungen der Fusion der zwei Schwestergesellschaften zustimmen. Das Verschmelzungsgutachten, auf dessen Basis das Umtauschverhältnis für die Dywidag-Aktien bestimmt wird, soll Ende März 2001 vorliegen. 25 % der stimmberechtigten Aktien seien nach der Fusion im Streubesitz.

Finanzvorstand Peter Kern sagte, für das laufende Jahr gehe Walter Bau weiter von einem ausgeglichenen Ergebnis aus. Dies hänge aber vom rechtzeitigen Abschluss von Nachverhandlungen für große Projekte mit einem Volumen in dreistelliger Millionenhöhe ab. Außerordentliche Verluste seien nicht zu erwarten. 2001 soll das Ergebnis trotz der Fusionsbelastungen ausgeglichen sein.

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