Nach Fusion mit Oliver Wyman auf Wachstumskurs
Finanzberater Mercer setzt sich hohe Ziele

Der schwachen Nachfrage im Beratungsmarkt zum Trotz will der neu formierte Finanzdienstleistungsberater Mercer Oliver Wyman (MOW), New York, in diesem Jahr weltweit um bis zu 20 % wachsen.

tel FRANKFURT. Das sagte Präsident John Drzik im Gespräch mit dem Handelsblatt. Rund 200 Mill. $ Umsatz will das Unternehmen mit rund 600 Experten in Nordamerika, Europa und Asien erreichen und damit fast eine Größenordnung wie die Finanzberatungssparte der Boston Consulting Group.

Ende Februar hatten Oliver Wyman & Company ihre in der Branche viel beachtete Fusion mit Teilen der Beratungsfirma Mercer bekannt gegeben. Branchenkenner werten den Zusammenschluss als Teil der Strategie von Mercer, international durch Zukäufe zu wachsen. "Die Fusion stärkt sowohl unsere als auch Mercers Position im Finanzdienstleistungsmarkt. Die Firmen ergänzen sich nicht nur hinsichtlich ihrer Beratungsangebote gut, sondern auch geografisch", sagt Drzik. So werden die Vorteile der Fusion auch von Mercer beschrieben. Während sich Oliver Wyman in der Branche vor allem mit Risiko Management hervorgetan hat, liegt die Stärke von Mercer in Management Beratung, Retailbanking und dem Versicherungssektor. Das fusionierte Unternehmen könne laut Drzik bestehenden Kunden eine breitere Leistungspalette anbieten und so auch neue Kunden gewinnen.

Mercer hat in den Zusammenschluss ihre auf die Beratung von Geschäftsbanken sowie von Schaden- und Sachversicherungen spezialisierten Einheiten eingebracht. Über finanzielle Details haben die Partner Stillschweigen vereinbart. Brancheninsider gehen davon aus, dass Mercer für die Übernahme knapp 250 Mill. $ bezahlt hat. "Oliver Wyman ist einer der ganz wenigen klar fokussierten Anbieter im Markt", beschreibt ein Branchenkollege den Wert von Oliver Wyman für Mercer. Mercer wiederum gehört zur börsennotierten Marsh & Mc Lennan-Gruppe, die eine breite Palette von Dienstleistungen für Risiko- und Versicherungsmanagement und Vermögensverwaltung anbietet.

Nach den Worten Drziks ist Oliver Wyman 2002 um 16 % gewachsen und hat im ersten Quartal dieses Jahres um 25 % zugelegt. "Gerade im schwächelnden Markt für Finanzdienstleistungen war die Fusion dennoch eine gute Möglichkeit, unsere Position zu stärken. Die Kunden verlangen zur Zeit viel von Beratungsunternehmen, sie suchen nach Spezialisten, die ihre Probleme schnell lösen", so Drzik. Bei den Banken in Deutschland liege der Fokus zurzeit vor allem auf einer schnellen Verbesserung der Gewinnsituation. In den USA dagegen würden bereits wieder mehr wachstumsorientierte Projekte nachgefragt. Der ehemalige Chairman von Oliver Wyman erhofft sich durch die Anbindung an Mercer, stärker als bisher in die konkrete Umsetzung von Strategieprojekten einsteigen zu können. Mercer ist auch auf Umstrukturierungsprozesse in Unternehmen spezialisiert.

Quelle: Handelsblatt

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